Bischof von Augsburg: „Den Christen in Syrien im Gebet und geschwisterlicher Verbundenheit beistehen“

In einem Antwortbrief an CSI zeigt sich Augsburgs Bischof Bertram Meier besorgt über die Zukunft der syrischen Christen. „Unübersehbar“ sei der christliche Exodus aus dem Land. Meier betonte, in der Öffentlichkeit verstärkt für ihre Anliegen einzutreten.

Foto: Pixabay

Bertram Meier, der Bischof von Augsburg, blickt auf die Zukunft des syrischen Christentums mit „großer Sorge und Skepsis“. Das geht aus einem Antwortschreiben vom 10. Juli 2026 hervor, das Meier in seiner Funktion als Vorsitzender der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) an Christian Solidarity International (CSI) geschickt hat.

Am 18. Juni 2026 hatte CSI einen Brief an den Augsburger Bischof geschrieben. Darin berichtete Deutschland-Geschäftsführer Pfarrer Peter Fuchs über die jüngsten Geschehnisse in der christlichen Stadt Sednaya. Mehrere junge Christen wurden dort von den Sicherheitskräften des dschihadistischen Regimes inhaftiert. Ihnen wird vorgeworfen, ein Massaker an Dschihadisten verübt und die Leichen in Massengräbern verscharrt zu haben.

Bischof Bertram Meier: Konsequenzen „kaum zu ermessen“

Vom 10. bis 14. Februar 2026 hat Meier Syrien besucht. „Die von Ihnen geschilderten Vorfälle, die sich – wie in Sednaya – gegen Christen, aber auch gegen andere religiöse Minderheiten richten“, bestätigten die pessimistischen Zukunftsaussichten. Die Lage sei „komplex“, ein „abschließendes Urteil“ daher schwierig. „Unübersehbar ist jedoch, dass viele Christen, sofern sie die Möglichkeit dazu haben, das Land verlassen.“ Die Konsequenzen für die Gesellschaft seien „kaum zu ermessen“.

„Vor diesem Hintergrund greife ich Ihr Anliegen auf, den Christen in Syrien weiterhin im Gebet und in geschwisterlicher Verbundenheit beizustehen“, so der Bischof weiter. „Ich werde auch in der Öffentlichkeit für ihre Anliegen eintreten, um deutlich zu machen, dass sie von der internationalen Gemeinschaft nicht vergessen sind.“

Christen in Sednaya reagieren auf Diskriminierung

Am 4. August 2026 haben die Pfarreiräte der griechisch-orthodoxen, der syrisch-orthodoxen und der melkitisch-griechisch-katholischen Kirche in Sednaya die Inhaftierungen, Entführungen und Diskriminierungen seitens des neuen Regimes verurteilt. Sie betonen, dass bisher keine Beweise für eine Schuld der jungen Männer vorlägen. Die Kirchen suspendierten darauf sämtliche anstehende Festlichkeiten in Sednaya. Das mit den Geistlichen Georges Najme, Fanoel Najar und Taher Youssef abgesprochene Schreiben betonte, dass die Christen Sednayas auf eine friedliche Lösung bestünden. Es gehe um ihre von der Verfassung verbürgten Rechte.