Christenverfolgung wird dokumentiert – Stipendienprogramm für nigerianische Journalisten

Die Christenverfolgung in Nigeria findet zu wenig Beachtung. Ein sechsmonatiges Stipendiumprogramm von Christian Solidarity International (CSI) für Journalisten soll nun dazu beitragen, die Lücke in der Berichterstattung über religiös motivierte Angriffe im Middle Belt Nigerias zu schließen.

Nach jüngsten Schätzungen werden in Nigeria, dem bevölkerungsreichsten Land Afrikas, täglich durchschnittlich 11 Christen getötet, während 24 Menschen, darunter auch Christen, entführt werden.

Das Ausmaß dieser Gewaltorgie ist alarmierend. Ebenso dramatisch sind die Umstände der christenfeindlichen Übergriffe. Christen berichten, dass die Sicherheitskräfte nicht reagiert haben, wenn sie Hinweise auf bevorstehende Angriffe erhielten.

In einigen Fällen berichten christliche Gemeinden, dass sie gezwungen wurden, ihre Opfer in Massengräbern zu bestatten, bevor polizeiliche Untersuchungen stattfinden konnten. Obduktionen werden selten durchgeführt, Beweismittel werden oft nicht gesichert und Festnahmen erfolgen nur selten.

Christenverfolgung im Middle Belt

Die internationale Aufmerksamkeit für die Sicherheitskrise in Nigeria hat sich bisher vor allem auf Boko Haram und die „Islamic State West Africa Province“ (ISWAP) konzentriert, die beide für schwerwiegende Gräueltaten verantwortlich sind.

Eine weitere Quelle der Gewalt findet jedoch deutlich weniger internationale Beachtung: bewaffnete Fulani-Milizen. Untersuchungen zu den Morden an Christen in Nigeria führen mehr als die Hälfte der Opfer auf Fulani-Milizen zurück, wobei die meisten der Morde im Middle Belt begangen wurden.

Nach Besuchen in den betroffenen Gebieten Nigerias und Gesprächen mit christlichen Gemeinden hat CSI jetzt ein sechsmonatiges Stipendienprogramm ins Leben gerufen, um die Berichterstattung über christenfeindliche Übergriffe zu professionalisieren.

Nigerias Middle Belt ist die Region, wo der überwiegend muslimische Norden auf den größtenteils christlichen Süden trifft. Etwa 30 Millionen Christen leben in diesem Teil des Landes. Seit Jahren sind sie Morden, Entführungen, der Zerstörung ihrer Dörfer und Vertreibung ausgesetzt.

Nigerias Sicherheitskräfte haben unterdessen ihre Einsätze zur Terrorismusbekämpfung stark auf den Nordosten und Nordwesten konzentriert. Dadurch blieben viele Gebiete im Middle Belt völlig ungeschützt.

Einheimische Journalisten sichern Berichterstattung

Weil eine kontinuierliche Berichterstattung über die anhaltende Christenverfolgung im Herzen Nigerias bisher nicht stattfand, wurden insbesondere die Umstände, die Übergriffen vorausgingen, die Identität und Motive der Angreifer, die Reaktion der Behörden sowie das Schicksal der notleidenden Menschen zu wenig beachtet.

Nach Besuchen in den betroffenen Gebieten Nigerias und Gesprächen mit christlichen Gemeinden hat CSI jetzt ein sechsmonatiges Stipendienprogramm ins Leben gerufen, um die Berichterstattung über christenfeindliche Übergriffe zu professionalisieren.

Das CSI-Stipendienprogramm hat 15 ausgewählte nigerianische Journalisten aus etablierten Medien zusammengebracht. Sie werden durch CSI finanziell befähigt, Übergriffe und deren Folgen zu untersuchen, Überlebende und betroffene Gemeinden zu besuchen und die Reaktionen von Behörden sowie Sicherheitskräften zu dokumentieren. Im Rahmen der Stipendien wird ihnen auch der Zugang zu Starlink eingeräumt.

Die Berichte der Stipendiaten werden auf der Website von CSI veröffentlicht und unseren Medienpartnern zur Verfügung gestellt.

Mit dem Stipendienprogramm trägt CSI dazu bei, eine professionelle Dokumentation der gegen Christen gerichteten Übergriffe zu erstellen. Die von Morden, Entführungen und Vertreibung bedrohten Christen Nigerias sollen damit international Gehör finden.

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Stipendienprogramm - damit verfolgte Christen Gehör finden

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