CSI bringt Hilfe unter ein Wellblechdach

29. Oktober 2014

Ein CSI-Team reiste kürzlich nach Nicaragua und besuchten Familien in ärmsten Verhältnissen, die von uns unterstützt werden. Eine von ihnen war Ninoska mit ihren sechs Kindern. Sie «wohnen» unter einem Wellblechdach zwischen zwei Häusern.



Kürzlich sind Projektleiterin Inés Wertgen und ich aus Nicaragua, dem zweitärmsten Land Zentralamerikas, in die Schweiz, eines der reichsten Länder der Welt, zurückgekehrt: zwei extrem gegensätzliche Welten! Wer in der Schweiz arbeitet schon fürs tägliche Brot? Denken wir daran, wie wir unsere nächste Mahlzeit bezahlen? Oder sind wir gerade damit beschäftigt, zu überlegen, wie wir unseren nächsten Luxusartikel finanzieren, den wir eigentlich gar nicht brauchen? 

Für den grössten Teil der Bevölkerung in Nicaragua ist jeder Tag ein Überlebenskampf. Wer Geld verdienen kann, tut es, um Nahrung für seine Familie zu bekommen. Neue Kleider oder eine bessere Unterkunft bleiben für viele Wunschdenken. Oft leben ganze Familien in einem Raum, der so gross ist wie bei uns ein Kinderzimmer. Bescheiden sind auch ihre Wünsche. Auf die Frage, wie wir ihr helfen können, antwortete eine Mutter: «Ich wünsche mir so sehr, dass ich meinen beiden Kindern, 15- und 13-jährig, zu Weihnachten einmal neue Kleider schenken kann. Sonst bin ich sehr dankbar, wenn ich für sie täglich eine Mahlzeit habe.»

Menschenunwürdige Wohnsituation

Unsere Projektpartner in Nicaragua sind die Karmeliterschwestern. Ihr Konvent liegt mitten in den Elendsvierteln von Nicaraguas Hauptstadt Managua. Vom Konvent der Karmeliterinnen gehen wir zu Fuss durch schmutzige Strassen bis zu einem etwa sechs Quadratmeter grossen Wellblechdach: Hier lebt Ninoska mit ihren sechs Kindern unter erbärmlichsten Umständen. Die grösseren Kinder schlafen auf einem Karton am Boden, die kleineren mit der Mutter auf einem Metallgestell ohne Matratze. Die Behausung befindet sich zwischen zwei Hausmauern und ist gegen die beiden anderen Seiten hin offen. Es gibt keine Türe, keine Küche, kein Bad. 

Der Vater der Kinder ist Alkoholiker und gewalttätig. Ninoskas Schwester hat ihn schliesslich bei der Polizei angezeigt, worauf er ein Rayonverbot bekam. Seither ist er nicht mehr gekommen. Aber er hat Spuren hinterlassen: Celesta besucht erst die erste Klasse, anstatt der dritten Klasse wie ihre Zwillingsschwester Selena. Wegen der schwierigen Lebensumstände und der Angst vor ihrem Vater ist sie im schulischen Bereich blockiert und kaum fähig, etwas aufzunehmen.

Fast hätte das Erziehungsministerium Ninoska die Kinder weggenommen, weil sie unter derart prekären Umständen leben. Dank der Unterstützung der Karmeliterschwestern ist dies bis heute nicht geschehen. Ninoska ist von Herzen dankbar, dass ihre Kinder wenigstens einmal pro Tag eine warme Mahlzeit in der Suppenküche der Schwestern erhalten. Auch das monatliche Lebensmittelpaket ist eine grosse Hilfe. Eigene vier Wände – und wenn es nur ein Zimmer wäre – würden das Risiko, dass ihr die Kinder weggenommen werden, verringern. Wir möchten dafür sorgen, dass Ninoskas Familie künftig unter menschenwürdigen Bedingungen leben kann und sie keine Angst mehr haben muss, ihre Kinder zu verlieren. 

Autorin: Yolanda Nhili 

 


 

Unwetter und Erdbeben

Die Menschen in den Elendsvierteln von Managua haben zusätzlich zur Armut auch unter Unwettern und Erdbeben zu leiden. Inés Wertgen und Yolanda Nhili erlebten auf ihrer Reise gleich beides. Am 14. Oktober 2014 versetzte ein Erdbeben die Bevölkerung in grosse Angst. Zwei Tage später verursachten starke Regenfälle schwere Überschwemmungen, bei denen neun Menschen ums Leben kamen. Verzweifelt erzählte ihnen eine Mutter, wie die Wassermassen alles durchtränkten und vieles einfach wegschwemmten. 

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Projekt Nicaragua