CSI hilft krebskranker syrischer Mutter

Nancy (37) traf die Schockdiagnose wie ein Blitz aus heiterem Himmel: Krebs im fortgeschrittenen Stadium. Die syrische Mutter zweier Kinder kämpft – gegen die Krankheit, gegen Armut, gegen die Verzweiflung. Der christliche Glaube und die Hilfe von CSI geben ihr neuen Mut.

Es begann mit einem Schlag auf den Bauch. Eher spielerisch hatte der sechsjährige Sohn von Nancy (37) seine Mutter gestoßen. Doch die Schmerzen danach wollen nicht aufhören. „Ich spürte einen unerträglichen Schmerz“, erinnert sich Nancy später. Ihr Mann brachte sie sofort ins Krankenhaus. Aus dem Arztbesuch wird plötzlich eine Frage nach Leben und Tod.

Denn die Ärzte ziehen bald einen Chirurgen und Gynäkologen zu Rate. Eine MRT-Aufnahme zeigt eine verdächtige Masse in Nancys Becken. Eine weitere Untersuchung bestätigt eine fortgeschrittene Leberläsion. „Die Ärzte sagen, dieser Krebs ist schon seit vier bis fünf Jahren da. Ich habe nie etwas gespürt“, seufzt Nancy.

Umfangreiche chirurgische Eingriffe folgen. Nancy muss sich einer systemischen, mehrmonatigen Chemotherapie unterziehen. – eine schmerzhafte, kräftezehrende Zeit. „Die Chemotherapie raubt mir alle Kraft“, gesteht sie, „aber ich muss es für meine Kinder durchhalten.“

Der Krebs bedroht die zweifache Mutter und ihre Familie existenziell

Für die Familie von Nancy bedeutet die Krebserkrankung einen harten Einschnitt. Ohne die zweifache Mutter – neben dem sechsjährigen Sohn hat sie eine achtjährige Tochter – gerät das Familienleben aus dem Gleichgewicht. Bis dahin betreute sie zusätzlich zwei ältere Tanten. Nach der Geburt ihrer Kinder gab Nancy ihre Arbeit auf, um sich um diese zu kümmern. Ihr Mann verdient als Busfahrer nur umgerechnet 160 Euro im Monat.

In Syrien, das nach dem Krieg unter Inflation und explodierenden Energiepreisen leidet, ist das zu wenig. Hier benötigt eine vierköpfige Familie monatlich rund 350 Euro, um über die Runden zu kommen. Der Krebs wird zur existenziellen Gefahr – nicht nur für Nancy, sondern für die gesamte Familie. Verwandte leben im Ausland und helfen, so gut sie können, leiden aber selbst unter finanziellen Engpässen.

Entscheidend war deshalb das Eingreifen der örtlichen syrisch-orthodoxen Kirche. Sie begleitete die Familie spirituell und unterstützte sie logistisch und wirtschaftlich. Dabei finanzierte Christian Solidarity International (CSI) die medizinischen Kosten. Die Zusammenarbeit zwischen der Kirche und CSI trug Früchte: rund 1700 Euro konnten organisiert werden, um die Operation und die ersten Chemotherapien zu finanzieren – angesichts der Wirtschaftskrise eine enorme Summe für die christliche Familie.

Im Marienmonat Mai trägt Nancy wie viele andere syrische Christinnen ein einfaches blaues Kleid, um Maria zu ehren.

Kirche und CSI helfen

Ohne die Hilfe der Kirche und der Spender, so sagt Nancy später, wäre die Qual unerträglich gewesen. „Wir danken Gott für alles“, sagt Nancy. „Ohne die Hilfe der Kirche und ohne die Projektspender hätten wir nicht gewusst, wo wir das Geld für die Operation und die Chemotherapie hätten hernehmen sollen.“ Sie habe Gottes Gegenwart gespürt – von dem Moment an, als sie sich entschied, ins Krankenhaus zu gehen. Vor den strapaziösen Behandlungen besuchte Nancy fast täglich die Liturgie.

„Die Kirche und die Eucharistie haben mich sehr angezogen. Jetzt verstehe ich, dass Gott wollte, dass ich die Arbeit aufgebe, um ihm näherzukommen, damit ich nicht schwach wäre, wenn die Prüfung käme.“ Sie hat einen geistlichen Begleiter, der sie in Momenten der Entmutigung unterstützt, besonders nach Infusionen, die ihr Energie und Gelassenheit rauben. „Dann spreche ich mit ihm und beginne wieder, Gott zu danken“, sagt sie. Als Nancy im Marienmonat Mai von CSI besucht wurde, trug sie nach Sitte syrischer Christinnen – als Zeichen der Verehrung der Gottesmutter – ein sehr einfaches blaues Kleid und eine weiße Kordel.

Nancys ganze Kraft kommt aus ihrem Glauben an Christus. Dabei ist es nicht der erste Kampf, den die gläubige Christin im leidgeplagten Syrien führt. In ihrem Rücken steckt immer noch eine Gewehrkugel, die an den langjährigen Krieg im Land erinnert. Ihre erste Geburt war mit Komplikationen verbunden. Das Trauma, das das große Erdbeben von 2023 hinterlassen hat, belastet sie bis heute. „Es scheint, als würden die Leiden nie enden“, sagt sie und fügt hinzu: „Es ist genau Gottes Liebe und die Nähe der anderen, die mir die Kraft geben, standzuhalten.“

Spenden

Syriens Christen brauchen unsere Hilfe, um durchhalten zu können. Besonders dringend ist die Versorgung der Bevölkerung Aleppos mit medizinischen Dienstleistungen und Medikamenten.

65 versorgen Hungernde mit Nahrungsmitteln
95 unterstützen Kranke mit Medikamenten und ärztlicher Versorgung
individueller Betrag