CSI wendet sich an Trumps Sondergesandten: Freiheit für Khalil

Suleiman Khalil, ehemaliger Bürgermeister von Sadad, sitzt seit anderthalb Jahren ohne Anklage in syrischer Haft. Der Christ hatte sein Dorf gegen Dschihadisten verteidigt. Menschenrechtler fordern seine Freilassung – westliche Regierungen schweigen bislang dazu.

Seit 17 Monaten befindet sich Suleiman Khalil, der ehemalige Bürgermeister von Sadad, in Gefangenschaft. Der 52-jährige Christ hatte im Syrien-Krieg seine Heimat gegen Dschihadisten verteidigt. Am 8. Februar 2025 verhaftete ihn das neue Regime ohne Angabe von Gründen. Er hat keinen Zugang zu einem Anwalt, seine Familie darf ihn nicht regelmäßig besuchen. Es bestehen ernsthafte Bedenken hinsichtlich seines Gesundheitszustands und Wohlergehens.

Seit dem Regimewechsel in Damaskus haben die USA und ihre Verbündeten schrittweise die Sanktionen gegen Syrien ausgesetzt. Milliardenprogramme sollen beim Wiederaufbau des Landes helfen. Das Schicksal von Suleiman Khalil steht für das Schicksal der Minderheiten in einem Land, das Kurs auf eine Islamische Republik genommen hat. Bislang gibt es keinerlei Anzeichen, dass westliche Regierungen sich für die Freilassung Khalils einsetzen.

John Eibner, Präsident von Christian Solidarity International (CSI), hat deshalb einen Brief unterzeichnet, der zur Freilassung Khalils aufruft. Er richtet sich an Tom Barrack, den Sondergesandten des US-Präsidenten für Syrien. Weitere Unterzeichner des Briefes sind der ehemalige US-Botschafter Sam Brownback, Richard Ghazal (In Defense of Christians), Nadine Maenza (Institute for Global Engagement), Charmaine Hedding (Shai Fund), Robert Ozgun (American Syriac Union) und Morhaf Ibrahim (Alawite Association of the United States).

Ein „Syrien für alle“

„Suleiman Khalils Einsatz zur Verteidigung seiner Stadt gegen den IS sollte von allen Syrern gefeiert werden, insbesondere von der neuen Regierung, die offiziell der von den USA geführten Globalen Koalition zur Bekämpfung des IS beigetreten ist“, argumentieren die Verfasser des Briefes. „Stattdessen scheint die syrische Regierung ihn dafür zu bestrafen.“

Die Freilassung Suleiman Khalils würde einen „wesentlichen Beitrag“ leisten, Christen im Nahen Osten zu schützen – ein Ziel, das US-Präsident Donald Trump selbst ausgegeben habe. Zusätzlich würde sie das „gemeinsame Engagement der Vereinigten Staaten und Syriens im Kampf gegen den Terrorismus“ unterstreichen und dazu beitragen, dass das „neue Syrien“ tatsächlich ein „Syrien für alle“ sei.

Tom Barrack wurde von US-Präsident Trump im vergangenen Jahr zum US-Botschafter in der Türkei ernannt. Im Juni 2026 erhielt er zusätzlich das Mandat als Sondergesandter des Präsidenten für Syrien und Irak. Botschafter Barrack hat sich vehement für die US-Unterstützung der neuen syrischen Regierung eingesetzt, die nach dem Zusammenbruch der Diktatur von Baschar al-Assad im Dezember 2024 an die Macht kam.

CSI setzt sich seit Monaten für die Rettung von Suleiman Khalil ein. Auch in Deutschland hat sich CSI an hochrangige politische Vertreter gewandt, so an den Vorsitzenden des Auswärtigen Ausschusses, Armin Laschet.