Zehn Monate saß der blinde Geschäftsmann Nadeem Yousaf wegen einer erfundenen Blasphemie-Anklage in Pakistan im Gefängnis ein. Ihm drohte die Todesstrafe. Jetzt sprach ihn ein Gericht in Lahore frei – seine Familie empfing ihn mit Rosenblättern und Tränen der Freude.
Nadeem sitzt hinter Gitterstäben. Der katholische Christ fristet sein Dasein in einem pakistanischen Gefängnis. Und: Nadeem ist blind. Doch es ist nicht mehr die Dunkelheit, die ihn umgibt und auf ihm lastet; es ist die Dunkelheit, die sich in sein Herz frisst und ihm die Kehle zuschnürt, die ihn täglich quält.
Denn Nadeem sitzt im Gefängnis, weil man ihm Blasphemie vorwirft. In Pakistan ist das ein Kapitalverbrechen. Minderheiten werden mit diesem Vorwurf „auf Linie“ gebracht. Der Mob plündert Geschäfte oder hetzt Christen durch die Straßen, wenn der Vorwurf der Gotteslästerung kursiert. Der junge Christ Sabir Masih wurde mit dem Vorwurf bedroht und konvertierte gegen seinen Willen zum Islam – um sich und seine Verwandten zu schützen.
„Im Gefängnis hat mich die ständige Angst geplagt, ob ich jemals wieder hinausgehen oder in dieser Dunkelheit sterben würde“, sagt Nadeem. Doch selbst in der pechschwarzen Isolation sieht Nadeem ein Licht. „Ich spürte die Wärme Gottes und die Gebete aller, die mich trugen.“
Der Blasphemie-Schwindel als Mittel zum Zweck
Früher betrieb Nadeem ein kleines Waagengeschäft in Lahore. Trotz seiner Blindheit konnte er es mit Erfolg führen. Er tat es, um seine Verwandten zu unterstützen. Doch Nadeem wird Opfer gieriger Immobilienhaie. Man gönnt dem 51 Jahre alten Christen seinen Besitz nicht. Um sich sein Grundstück anzueignen, ohne sich bei ihm verschulden zu müssen, zeigen sie ihn wegen Blasphemie an.
Für Nadeem und seine Familie ist es der Beginn eines zehnmonatigen Albtraums. Fest an seiner Seite stehen ihm seine drei Schwestern und seine fast siebzigjährige Mutter Martha. Ohne Nadeem ist die Sicherheit des ganzen Familienhaushalts bedroht. Die Schwestern leben in Schock und Schrecken.
Doch der Anwalt Javed Sahotra stellt sich dem frei erfundenen Vorwurf in den Weg. Vor Gericht weist er akribisch Nadeems Unschuld nach. Mit Kreuzverhören und digitalen Anrufdaten kann er den Schwindel entlarven, bei dem offenbar selbst die Polizei mitspielte. Im Hintergrund springt Christian Solidarity International (CSI) ein. CSI finanziert im Stillen die Kosten des Rechtsstreites und leistet zusätzliche Hilfe, damit Nadeems Familie ohne ihn über die Runden kommt.
CSI übernimmt Kosten des Rechtsstreits
Dann, am 22. Juni 2026, siegt die Wahrheit. Der Richter spricht Nadeem in allen Anklagepunkten frei. Es ist ein historisches Urteil in einem Land, in dem der Blasphemievorwurf als Vorwand zur Unterdrückung dient. Der Gerichtssaal bricht in plötzlichem Jubel aus, als der Freispruch verkündet wird.
Als Nadeem einen Tag später nach Hause zurückkehrt, fließen Tränen der Freude. In der Kirche danken Nadeem, seine Mutter und seine Schwestern Gott für die Befreiung. Gemeindemitglieder umarmen ihn, er wird mit Rosenblättern überschüttet. Pater Shafiq erteilt Nadeem einen besonderen seelsorgerischen Segen, um ihn zu stärken und gegen das Trauma der ungerechten Strafe zu wappnen. Nadeem beginnt danach geistliche und psychologische Therapiestunden.
„Als der Richter das Wort ‚freigesprochen‘ aussprach, fühlte es sich an, als wäre mir ein schwerer Stein von der Brust genommen worden, und ich konnte zum ersten Mal seit zehn Monaten wirklich durchatmen“, sagt Nadeem danach. Seinen Verfolgern verzeiht er. „Ich bin nicht wütend auf diejenigen, die mir geschadet haben; ich bin nur erfüllt von reiner Freude, die Hand meiner Mutter Martha wieder zu halten, von meinen Schwestern umgeben zu sein und den Segen von Pater Shafiq unter einem Regen von Rosenblättern zu empfangen.“
Zuletzt dankt Nadeem den Spendern und Freunden von CSI, die seine Befreiung ermöglicht haben: „Zu wissen, dass CSI mich beschützt, gibt mir absolute Ruhe. Meine Freiheit ist ein Wunder, und wir sind bereit, unser Leben mit erhobenem Haupt wieder aufzubauen.“
Ihre Spende dient zur Befreiung weiterer unschuldiger Christen aus der Todeszelle.


