Nigeria ist das gefährlichste Land der Welt für Christen. Die Morde und Vertreibungen, die häufig auf das Konto islamistischer Fulani-Milizen gehen, lassen dabei auch zahlreiche Frauen als Witwen zurück, die ihre Lebensgrundlage verloren haben und um das Überleben ihrer Kinder fürchten. CSI startet ein neues Projekt, um den verzweifelten Frauen zu helfen.
Das Europäische Parlament reagiert spät, aber es reagiert. Gleich zwei Resolutionen haben die Abgeordneten Ende Juli verabschiedet, die sich mit der weltweiten Christenverfolgung befassen. Die erste Resolution betrifft Nigeria. Anlass waren die verheerenden Massaker, die sich im Juni ereigneten, darunter im Dorf Kawel. Christian Solidarity International (CSI) war kurz nach dem Angriff vor Ort und sprach mit Überlebenden.
Die zweite Resolution bezieht sich auf den Fall Maria Shahbaz, eines christliches Mädchens aus dem pakistanischen Lahore. Sie wurde im Alter von 13 Jahren entführt, zwangsislamisiert und zwangsverheiratet. Die 18-jährige Neha Faqir aus Pakistan und die 21-jährige Batoul Alloush aus Syrien sind ähnlich gelagerte Fälle, die CSI derzeit betreut.
Die Resolution gegen Nigeria sticht dabei vor allem heraus, weil sie bereits im Titel von einer „anhaltenden Verfolgung der Christen in Nigeria“ spricht. Der Resolutionstext betont zwar, dass die Gewalt nicht auf eine alleinige Ursache zurückzuführen sei; dies ist jedoch zugleich ein Eingeständnis, dass das Narrativ, der Konflikt in Nigeria sei in Wirklichkeit ein vom Klimawandel befeuerter Streit zwischen Hirten und Nomaden, keinen Bestand hat.
Immer mehr internationale Organisationen erkennen die Christenverfolgung in Nigeria an
CSI hat in den vergangenen Jahren und Monaten immer wieder über die Fulani-Angriffe berichtet. Auch die Juni-Attentate sind nur Teile einer langen Kette von Vertreibungen, Entführungen und Morden. Dass Christen überproportional betroffen sind, ist dabei mehr als eine traurige Statistik; zahlreiche Fulani-Extremisten berufen sich auf das Kalifat Sokoto, um die Vertreibung der „Ungläubigen“ zu legitimieren und eine islamische Ordnung durchzusetzen.
Die Massaker an Christen finden größtenteils im Middle Belt statt, der Grenzregion zwischen dem muslimischen Norden und dem christlichen Süden Nigerias. Einer der Bundesstaaten, der zum Middle Belt gehört, ist Kaduna. Im südlichen Kaduna leiden die christlichen Einwohner seit Jahren unter den Überfällen der Fulani: Sie haben dort ganze Dörfer verwüstet, ihnen muslimische Namen gegeben und die Einwohner getötet oder vertrieben.
Hilfe zur Selbsthilfe für christliche Witwen in Südkaduna
Zahlreiche Frauen trifft das Los, als Witwe nicht nur den Brotverdiener in der Familie zu verlieren, sondern auch ihre soziale Stellung einzubüßen. Sie und ihre Kinder gelten deshalb als besonders verwundbar. Viele verwitwete Frauen haben nicht wie Männer das nötige Ansehen, um sich Geld zu leihen. Es mangelt ihnen häufig an der Ausbildung, um selbst einen Beruf zu ergreifen und auf eigenen Beinen stehen zu können. Daher sind sie – und ihre Kinder – besonders schwer von Armut bedroht.
Felicia Amos – Mutter von vier Kindern
Felicia Amos ist eine dieser Frauen: Ihr Ehemann wurde während eines Angriffs von islamistischen Fulani getötet. Ihre vier Kinder geben ihr die Kraft, jeden Morgen aufzustehen und das Trauma zu überwinden. Die Lehrer sind mit den schulischen Leistungen von Felicias Kindern sehr zufrieden. Felicia ist eben eine Frau, die nicht aufgibt und sich hingebungsvoll um ihre kleine Familie kümmert. Durch die Hilfe von CSI wird sie eine Saatguthandlung eröffnen, denn in der Landwirtschaft kennt sie sich bestens aus.
Zehn Witwen geben sich nicht geschlagen
CSI unterhält mit einem kirchlichen Partner vor Ort ein Projekt, um Witwen zu helfen, die Opfer von Fulani-Angriffen geworden sind. Insgesamt zehn Witwen sollen von der Nothilfe profitieren. Dabei steht nicht lediglich monetäre Unterstützung im Vordergrund, sondern Hilfe zur Selbsthilfe. Die Frauen sollen eine gute Ausbildung erfahren, um praktische Fähigkeiten zu lernen – um als Schneiderin, Schuhmacherin oder selbständige Verkäuferin zu arbeiten.
Islamisten haben diese Christinnen zu Witwen gemacht und ihren Kindern den Vater genommen. Sie haben über die einst lebensfrohen Ehefrauen und ihre Kinder Trauer und Armut gebracht. Mit Ihrer Spende schenken Sie zehn Witwen und ihren Kindern Trost und leisten den mutigen Frauen Hilfe zur Selbsthilfe.
Hilfe für christliche Witwen in Nigeria - Hilfe zur Selbsthilfe


