Die Schuldknechtschaft in Pakistan führt immer wieder zu schweren Menschenrechtsverletzungen. Auch vor der Entführung Minderjähriger und erzwungenen Konversionen wird nicht zurückgeschreckt. Im Fall der 16-jährigen Fiza Iqbal konnte CSI eingreifen, nachdem staatliche Stellen versagt hatten.
Fiza Iqbal (16) ist die Tochter von Iqbal Masih und Parveen Bibi. Sie ist das jüngste Kind der Familie und die einzige Schwester von drei Brüdern. Die Familie lebt in einem Dorf im Distrikt Kasur und arbeitet unter ausbeuterischen Bedingungen in einer Ziegelei.
Am 29. August 2025 blieb Fiza allein zu Hause, während ihre Familie zur Arbeit ging. In dieser Zeit drangen zwei Brüder, Kali und Bagar, ebenfalls Arbeiter der Ziegelei, bewaffnet in das Haus ein und entführten das Mädchen. Kali gilt als Haupttäter.
Am folgenden Tag erstattete Fizas ältester Bruder Adil Anzeige gegen die Entführer. In seiner Aussage machte er zudem geltend, dass der Besitzer der Ziegelei die Täter unterstütze. Die Familie lebt in extremer Armut, ist hoch verschuldet und musste Geld leihen, um überhaupt rechtliche Schritte einleiten zu können. Ohne externe Hilfe war es ihr unmöglich, das Verfahren fortzuführen.
Ein Kind entführt, zur Konversion gezwungen – CSI greift ein
Die monatelange Suche nach Fiza wurde für die Familie zu einem Albtraum. Angehörige suchten unermüdlich nach ihr und wandten sich an lokale Autoritäten und einflussreiche Personen. Doch niemand leistete Hilfe – Berichten zufolge aufgrund religiöser Diskriminierung. Auch die Polizei versäumte es, wirksame Maßnahmen zur Befreiung des Mädchens einzuleiten.
Erst durch Hinweise aus einem benachbarten Dorf erfuhr die Familie von der Arbeit von CSI, das bereits ein anderes minderjähriges Opfer befreien konnte. Am 10. November 2025 besuchte ein CSI-Team die Familie, führte eine umfassende Sachverhaltsermittlung durch und stellte einen Rechtsbeistand. Der dadurch entstandene Druck führte schließlich zu verstärkten Ermittlungen der Polizei. Der Hauptentführer konnte lokalisiert und Fiza aus illegaler Gefangenschaft befreit werden.
Am 12. Dezember 2025 wurde Fiza dem Gericht vorgeführt und anschließend sicher ihrer Familie übergeben. Der Haupttäter befindet sich weiterhin in Haft; sein Antrag auf Kaution wurde abgelehnt.
Vier Monate das Martyriums sind vorbei
Fiza berichtete, dass sie während ihrer Gefangenschaft wiederholt belästigt, körperlich misshandelt und unter Zwang zur Konversion zum Islam gedrängt wurde. Mehrere Fluchtversuche scheiterten. Die Trennung von ihrer Familie verursachte ihr schwere seelische Schmerzen.
Fizas Mutter Parveen schilderte die vergangenen vier Monate als Zeit unerträglichen Leids. Die Rückkehr ihrer Tochter bezeichnete sie als das größte Weihnachtsgeschenk und dankte CSI für die entscheidende Unterstützung. Auch Bruder Adil äußerte seinen Dank und bat um weitere rechtliche und finanzielle Hilfe, um langfristigen Schutz und Gerechtigkeit für seine Schwester zu sichern.
Fiza befindet sich derzeit in einem sicheren Schutzhaus. Dort erhält sie Traumatherapie und die notwendige Betreuung, um sich körperlich und seelisch zu erholen.
Erst kürzlich berichtete CSI über die verheerenden Folgen der Schuldknechtschaft. Durch gezielte Hilfe ermöglicht CSI betroffenen Familien ein Leben in Würde – mit Zugang zu Strom, sanitären Einrichtungen und Schulmaterial. Unser herzlicher Dank gilt allen Spenderinnen und Spendern für ihre großzügige Unterstützung in der Weihnachtszeit.
Freiheit für christliche Familien! Ende der Schuldknechtschaft!


