Noch immer zeichnet der Krieg den Südlibanon. Die Menschen im christlichen Dorf Ain Ebel sind weiterhin so gut wie von der Außenwelt abgeschnitten. Zum Schulanfang sind Lernmittel zum Luxus für viele Familien geworden. CSI unterstützt die bedürftigsten Familien.
Nur langsam kehren die christlichen Familien im Südlibanon in ihre Heimat zurück. Vielfach finden sie ihre Häuser zerstört, ihre Äcker verwüstet und ihre Obsthaine verbrannt vor. Der Einsatz von Weißphosphor-Munition in der Region hat jahrhundertealte Olivenbäume verbrannt. Der beißende Brandgeruch hat sich verzogen; nun stehen viele der Einwohner ohne Einkommen vor den Trümmern ihrer Existenz.
In Ain Ebel, an der Grenze zwischen dem Libanon und Israel, haben die Nachbarn die Häuser der Rückkehrer bewacht. Sie haben über Monate im Belagerungszustand verbracht. Noch immer lässt die israelische Armee nur nach einer langen Wartezeit kleinere Konvois oder Ambulanzen durch. Von Ain Ebel aus sehen die Christen auf die Ruinen der Nachbardörfer, in denen früher Schiiten gelebt haben.
Auch auf Ain Ebel gingen deswegen immer wieder Geschosse und Drohnen runter. Sie stammen von der israelischen Armee und der Hisbollah gleichermaßen. Zwar hat sich die Konfliktzone weiter nach Norden verlagert. Aber auch von Ain Ebel aus kann man immer noch den Lärm des Krieges hören.
Dokumentation von Arte zeigt bedrückendes Leben in Ain Ebel
Die rund 11.000 Christen, die in der Gegend leben, wissen immer noch nicht, was nach dem Krieg kommt. Israels Verteidigungsminister Katz hat angekündigt, die Truppen sollten eine längere Besatzungszeit vorbereiten. Nach jetzigem Stand würde selbst eine Beilegung des Krieges zwischen dem Iran und den USA keine Auswirkung auf den Krieg im Libanon haben. Die Christen des Südlibanons bleiben also zwischen den Fronten gefangen.
Eine bedrückende Dokumentation hat der Sender Arte dazu erst im vergangenen Monat ausgestrahlt. Er zeigt das Leben der Christen in ihrem isolierten Dorf Ain Ebel. Kinder wachsen im Krisengebiet auf, die bis heute keinen Frieden kennen. Der christliche Glaube verleiht den leidgeplagten Einwohnern Stärke, Zusammenhalt und den Mut, nicht aufzugeben.
Schulmaterial: Luxus im Kriegsgebiet
In Ain Ebel hilft Christian Solidarity International (CSI) mit einem Nothilfe-Projekt vor Ort. Hier befindet sich auch die Schule von Schwester Maya, die in der Vergangenheit immer wieder über die Situation vor Ort berichtet hat. Sie erzählt von zahlreichen Lehrkräften, Nachbarn und Freunden, die unter den Folgen des Krieges leiden. Lehrer etwa, die ohne Vorwarnung Opfer eines Bombenangriffs wurden; oder Familien, die ihr Haus verloren haben. Die Wirtschaft liegt danieder. Nicht nur die Bauern können ihre Äcker nicht bestellen; auch viele Menschen, die ein Geschäft oder ein kleines Restaurant leiten, mussten dieses schließen, weil sie von außen keine Waren erreichen.
Dennoch kehrt ein Stück Normalität zurück – mit dem Schulanfang. Das Ereignisse wird von der Not und den finanziellen Sorgen der Eltern überschattet. Angesichts der Krise sind selbst Schulmaterialien zum Luxus geworden. Schon früher hat CSI notleidende Familien finanziell unterstützt. Neben den 180 christlichen Familien, die einen Zuschuss erhalten, soll diese Unterstützung auch auf die Schulkinder ausgeweitet werden. So sollen die bedürftigsten 140 Kinder Schulmaterial und Hygiene-Packs bekommen. Ein weiterer Teil des Geldes soll für medizinische Notfälle zurückgelegt werden.
„Schule die einzige Einrichtung, die die Menschen in ihrer Heimat verwurzelt hält“
Als Kontaktperson erfüllt Schwester Maya wie schon in der Vergangenheit eine Schlüsselfunktion. Sie liebt Ain Ebel und seine Bewohner. In ihre Schule gehen rund 1.000 Kinder. Sie wird von der Kongregation der Schwestern von den Heiligen Herzen Jesu und Mariens betreut. In den Stunden des Krieges war Schwester Maya stets ganz nah bei den Opfern.
Der Durchhaltewillen ist groß – aber die Mittel sind bescheiden. Zahlreiche Menschen haben ihr Eigentum und ihre Ersparnisse bereits zum zweiten Mal verloren. Schwester Maya sagt: „Wir brauchen dringend finanzielle Unterstützung für die öffentlichen Einrichtungen. Da es keine Krankenhäuser gibt, ist die Schule die einzige Einrichtung, die die Menschen in ihrer Heimat verwurzelt hält.“
Hilfe für Christen im Libanon. Ihre Spende stärkt Christen im Nahen Osten und unterstützt ihre Verwurzelung in der Heimat.


