Libanon: Papst Leo XIV. sendet Osterbotschaft an belagertes christliches Dorf

Leo XIV. richtet eine persönliche Osterbotschaft an die kriegsgeplagten Christen im Südlibanon – und ruft zum Mut auf. Währenddessen geht der Krieg zwischen Israel und der Hisbollah unvermindert weiter.

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Am Ostersonntag hat sich Papst Leo XIV. auch an die Christen im Libanon gewandt, die unter dem Krieg zwischen der Hisbollah und Israel leiden. Die Botschaft, die auf Französisch verfasst war, ging explizit an das Dorf Debel. Kardinal Pietro Parolin übermittelte die Nachricht im Namen des Papstes.

„Seine Heiligkeit Papst Leo XIV. freut sich, Ihnen an diesem Ostertag und angesichts der dramatischen Umstände, die Sie erleben, seine väterliche Nähe und Zuneigung bekunden zu können“, heißt es darin.

„Verliert nicht den Mut!“

Leo XIV. wolle sein Mitgefühl und seinen Trost „allen Christen im Südlibanon und allen Menschen, die unter den Folgen des Krieges leiden“, aussprechen. In ihrem Leid, ihrer Erfahrung von Ungerechtigkeit und Verlassenheit seien die Menschen Jesus besonders nahe, denn zu Ostern habe Jesus „die Mächte des Bösen besiegt“. „Verliert also nicht den Mut!“, so Leo XIV.

Der Papst rief den Schutz Unserer Lieben Frau vom Libanon an und erteilte den Bewohnern von Debel den apostolischen Segen. Debel ist eines der letzten bewohnten Dörfer im Gebiet von Bint Jbeil. Zu diesen Dörfern gehört auch Ain Ebel, wo CSI mit einem Projekt tätig ist. Leo XIV. hatte den Libanon im Herbst 2025 besucht.

Krieg im Südlibanon geht weiter

Unterdessen hat das Büro des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu erklärt, trotz der Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran die Militäroperation im Libanon fortzusetzen. US-Präsident Trump hatte eine „beidseitige Waffenruhe“ im Iran-Krieg für zwei Wochen erklärt. In dieser Zeit soll auch die strategisch wichtige Straße von Hormus geöffnet werden. Entgegen der Aussage des pakistanischen Vermittlers wird die Feuerpause demnach nicht für den gesamten Nahen Osten gelten.

Seit Anfang März steht die israelische Armee im Südlibanon. Das Ziel ist die Zerstörung der Hisbollah-Stellungen. Am 23. März hatte der israelische Verteidigungsminister erklärt, das gesamte Gebiet bis zum Litani-Fluss kontrollieren zu wollen. Man wolle dort eine Sicherheitszone einrichten. Bis die Sicherheit der Bewohner im Norden Israels nicht gewährleistet sei, könnten die Flüchtlinge aus dem Südlibanon nicht zurückkehren. Der israelische Finanzminister Bezalel Smotrich forderte, dass der Litani-Fluss die neue Nordgrenze Israels bilden müsse.

„Werden bis zum Ende bleiben“

Ein maronitischer Priester aus Rmeish, das ebenfalls in der Nähe von Ain Ebel liegt, berichtete der Nachrichtenagentur Fides am 23. März: „Wir sind praktisch von der Außenwelt abgeschnitten.“ Nur eine alte Straße sei befahrbar und bringe das Nötigste an Hilfsmitteln in den Ort. „Die Gemeindeverwaltung“, fügt er hinzu, „verteilt Lebensmittel an die Familien. Aber wir wissen nicht, wie lange die Straße nach Tyros noch offen bleiben wird. Wir beten, dass der Herr diese Tage verkürzt.“

Trotz der Lage beharrte der Geistliche darauf, Rmeish nicht zu verlassen. „Wir werden bis zum Ende bleiben. Im Süden sind wir die Einzigen, die in diesen wenigen christlichen Dörfern übrig geblieben sind. Solange wir hier sind, bleibt dieses Land libanesisches Land. Wir leisten Widerstand mit Leib und Seele. Wir haben nichts, wir sind hilflos, unsere Waffe ist das Gebet. Und wenn wir gehen würden, würde der Südlibanon verschwinden. Da bin ich mir sicher.“

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