„Nachts weinte ich und bat Gott um die Freiheit“

Fast 30 Jahre lang musste sie in der Sklaverei die schlimmsten Erniedrigungen über sich ergehen lassen. Nun ist Abuk Akuei Arol glücklich, dass sie in Freiheit leben darf. Darum hatte sie unter Tränen immer wieder gebetet.

Abuk war noch ein Baby, als islamistische Araber aus dem Norden in ihr Dorf eindrangen. „Sie entführten mich und meine Mutter in den arabischen Teil des Landes. Dort wurden wir an Mohammed Treja übergeben“, berichtet sie.

Als kleines Kind musste Abuk mitansehen, wie Sklavenhalter Mohammed ihre Mutter gnadenlos schuften ließ und sie nach Belieben brutal misshandelte.

Als Abuks Mutter schwer krank wurde, erlaubte Mohammed ihr nicht, einen Arzt aufzusuchen. Sie erlag der Krankheit und ließ Abuk als sehr junges Mädchen allein in der Sklaverei zurück.

Ihr „Besitzer“ missbrauchte auch Abuk brutal. Er beschimpfte sie und nannte sie wegen der dunkleren Hautfarbe „Dreckige“ oder „Hund“. Dazu vergewaltigte er das schutzlose Mädchen oft. „Wegen ihm wurde ich auch an den Genitalien verstümmelt, was äußerst schmerzhaft war“, erinnert sie sich mit Grauen.

In den über 25 Jahren Sklaverei wurde Abuk täglich zu harter Arbeit gezwungen. Und wenn sie krank war, durfte sie ebenso wenig einen Arzt aufsuchen wie ihre Mutter.

Abuk im Südsudan angekommen mit einer Milchziege für sie und ihr Töchterchen, Startsack und Getreidevorrat.

Das Leben als verachtete Sklavin setzte Abuk enorm zu: „Nachts weinte ich und betete zu Gott, er möge mich aus der Sklaverei befreien.“

Tiermedizin zum Tausch für ein Menschenleben

Es war der 26. August 2025, als ein arabischer Befreier im Auftrag von CSI an Mohammeds Tür klopfte und ihn bat, er möge ihm Abuk überlassen. Als der Befreier ihm Impfstoffe für seine Rinder anbot, willigte Abuks „Besitzer“ ein und ließ sie gehen.

Abuk konnte es kaum glauben, dass sie nun frei sein sollte. „Ich war überglücklich, als mich der arabische Befreier zu seinem Lager brachte“, sagt sie mit einem kleinen Lächeln im Gesicht.

Zusammen mit ihrem in der Sklaverei geborenen Kind und weiteren befreiten Sklaven brach Abuk am nächsten Tag auf in Richtung Südsudan. Der CSI-Befreier wählte die Route so, dass sie möglichst viel durch Wälder gingen, um nicht von Arabern entdeckt zu werden.

Diese Vorsichtsmaßnahme nahm Abuk allerdings gerne in Kauf. Und sie schätzte es sehr, dass sie und die anderen ehemaligen Sklaven so vorzüglich behandelt wurden. „Unser Befreier gab uns Sorghum und getrockneten Fisch zu essen.“

Im Südsudan wurden Abuk und Dutzende weitere Befreite vom CSI-Team mit einer Feier willkommen geheißen. Die heute 30-Jährige ist glücklich, in ihrer Heimat zu sein und auch ihr Töchterchen in Sicherheit zu wissen. „Ich danke CSI und den Spendern. Sie haben mir die Freiheit geschenkt.“

Spenden

Mit Ihrer Spende führt CSI Sklaven in die Freiheit.

50 Befreiung eines Sklaven/einer Sklavin
80 garantieren die medizinische Versorgung der Befreiten
50 Lebende Mutterziege für einen befreiten Sklaven
individueller Betrag