Der junge Christ Hagop arbeitete während des Syrienkrieges acht Jahre in der Türkei. Dank CSI und unserer lokalen Partnerorganisation „Blaue Maristen“ führt er nun die Metallwerkstatt seines verstorbenen Vaters in Aleppo erfolgreich weiter. So sichert er die wirtschaftliche Existenz seiner Familie.
Schon früh arbeitete der heute 31-jährige Hagop in der Metallwerkstatt seines mittlerweile verstorbenen Vaters im Industriegebiet der Millionenstadt Aleppo. Als Zwölfjähriger stand er regelmäßig an den Maschinen. Als der Krieg 2015 eskalierte, geriet die Familie in finanzielle Nöte. „Um der Familie zu helfen, reiste ich in die Türkei und arbeitete dort acht Jahre in einem Küchenbau-Unternehmen“, erklärt Hagop gegenüber CSI.

Ein Teil seines Lohns floss in die teure Krebsbehandlung des Vaters, das Studium seiner Schwester und den Haushalt. Trotz Hagops Bemühungen musste die Mutter Kredite aufnehmen, um die laufenden Kosten zu tragen.
Rückkehr nach Aleppo
Als es 2023 schien, dass Frieden in Syrien einkehren würde, kehrte Hagop nach Aleppo zurück. Er offenbart: „Ich konnte den Gedanken nicht ertragen, dass meine Familie in einem so instabilen Land allein ist.“ In Aleppo fand er die Werkstatt seines Vaters intakt, jedoch belastet von Schulden. Er verkaufte deshalb überflüssige Maschinen.
Einen positiven Wendepunkt brachte eine Schulung der Blauen Maristen, einem lokalen Partner von CSI, auf die seine Mutter nach einer Sonntagsmesse aufmerksam wurde. Entschlossen, den Betrieb seines Vaters wiederzubeleben, nahm Hagop an der 20-stündigen Schulung teil. Er erlernte die Grundlagen der Geschäftsführung, Prioritätensetzung und Budgetplanung. Das Programm bietet nicht nur Startkapital, sondern auch eine dreijährige Begleitung durch Mentoren. „Mein Mentor hilft mir und hält mich auf Kurs“, so Hagop.
Existenzgründung mit 3.500 Euro
Im Mai 2025 wurde sein Mikroprojekt als eines von zwanzig ausgewählt. Er erhielt umgerechnet 3500 € Startkapital. Damit richtete er die Werkstatt neu ein – mit sechs gebrauchten, aber zuverlässigen Maschinen. Auf die Frage, wie er in einem so umkämpften Bereich Kunden gewinnt, lächelt Hagop. „Ich danke meinem Vater für den guten Ruf, den er aufgebaut hat. Viele seiner alten Kunden kamen zurück, als sie von der Wiedereröffnung erfuhren.“
„Dieses Projekt hat mir meine Würde zurückgegeben.“
Hagop arbeitet von morgens 8 bis abends 19 Uhr, sechs Tage die Woche. Sein Einkommen deckt sämtliche Ausgaben der Familie, und bei hoher Auftragslage stellt er zusätzliche Arbeiter ein. „Dieses Projekt hat mir meine Würde zurückgegeben“, betont er. „Ich habe meine Zukunft in der Türkei für meine Familie aufgegeben – und Gott hat mich reich beschenkt. Jetzt kann ich den Traum meines Vaters weiterführen und meiner Familie Stabilität geben.“
Osterfreude für Christen in Syrien


