Neustart statt Flucht: Kleiderladen gibt jungem Alawiten neue Hoffnung

Nach der Machtergreifung durch Dschihadisten haben es Alawiten in Syrien besonders schwer. Viele wollen fliehen – so auch der junge, arbeitslose Ali. Mit der Hilfe von CSI hat er ein eigenes Bekleidungsgeschäft eröffnet. Er und seine Familie haben damit eine neue Zukunft in der Heimat.

Ali will aufgeben. Wie viele Landsleute hält ihn nichts mehr in Syrien. Armut und Angst bedrängen ihn. Wie viele Angehörige der Minderheiten Syriens sieht er keine Zukunft. Ali gehört den Alawiten an. Sie stehen seit der Machtübernahme des Dschihadisten-Regimes von Ahmed al-Scharaa unter besonderem Druck. Die sunnitische Mehrheitsbevölkerung hasst sie: als unislamische Häretiker, und weil manche von ihnen eine privilegierte Stellung im alten Assad-Regime hatten.

Er will auswandern. Wie schon Millionen Syrer vor ihm. Ali will aus dem Ausland seine Familie daheim unterstützen. In Syrien fühlt er sich in der Sackgasse. Wirtschaftlich gibt es kaum Möglichkeiten. Gesellschaftlich fühlt er sich isoliert. Also auf nach Europa?

Ali und seine Schwester bei der Arbeit in ihrem Bekleidungsgeschäft

Dann bekommt er einen Tipp – jemand rät ihm, sich an Christian Solidarity International (CSI) zu wenden. Die CSI-Beraterin, die sich mit ihm unterhält, lernt einen niedergeschlagenen Mann kennen. Im Telefonat klingt er lustlos. Sie soll herausfinden, welche Talente er besitzt, um ihn anschließend zu unterstützen. Der erste Eindruck macht sie unsicher – würde er tatsächlich die Kraft und Motivation aufbringen, sich aufzuraffen und ein Geschäft zu führen?

„Alles, was ich heute tun kann, verdanke ich euch“

Aber Ali schöpft Hoffnung – weil ihm jemand nach den Jahren des Zweifels hilft. Mit finanzieller Unterstützung von CSI beginnt Ali zuerst damit, Kleider zu kaufen. Es ist ein bescheidener Online-Handel. Nach dem ersten Gewinn mietet er ein Geschäft. Er stellt seine arbeitslose Schwester als Verkäuferin ein. Später repariert er auch Handys und handelt mit ihnen.

Die Gedanken an die Auswanderung haben sich heute zerstreut. Ali steht auf eigenen Füßen und versorgt seine Familie gleich mit. Der junge Unternehmer führt seinen Laden erfolgreich. Die CSI-Mitarbeiterin, die ihn am Anfang betreut hat, ist selbst über den Erfolg überrascht. Mitten im krisengeschüttelten Syrien, wo Minderheiten eine schlechtere Ausgangslage als je zuvor haben, blüht Alis kleiner Laden. Über die Hilfe von CSI sagt er:

„Ehrlich gesagt weiß ich nicht, wie ich euch danken soll. Alles, was ich heute tun kann, verdanke ich euch.“

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