Fast 10.000 Flüchtlinge hat Christian Solidarity International (CSI) in der sudanesischen Hungerkrise mit Nahrungsmitteln versorgt. Doch der Bürgerkrieg und die ungewisse Zukunft der Vertriebenen macht weitere Hilfe erforderlich.
Die Vereinten Nationen betrachten den Sudan immer noch als eine der größten Krisen der Welt. „Wir können die Grundbedürfnisse der Menschen im Sudan nicht befriedigen“, sagte Carl Skau, Vizedirektor des Welternährungsprogramms, erst im April gegenüber dem Spiegel. „Die Welt darf jetzt nicht versagen, die mehr als zehn Millionen Geflüchteten mit den grundlegendsten Dingen zu versorgen. Zu viele Menschen gehen jeden Abend hungrig zu Bett.“
Es gilt also weiterhin: Jede Hilfe zählt. Die Hungersnot breitet sich auch im Nachbarland Südsudan aus. Mutinta Chimuka, die Direktorin des Welternährungsprogramms im Südsudan warnt: „Die Situation ist kritisch und erfordert sofortige Aufmerksamkeit, um Menschenleben zu retten.“ 7,2 Millionen Menschen in dem Land bräuchten „dringend Nahrungsmittelhilfen“. „Besonders besorgniserregend ist der starke Anstieg starker Unterernährung bei Kindern unter fünf Jahren und stillenden Müttern“, so Chimuka.
Nothilfe im Krisengebiet
Über zwei Monate lang – vom Mai bis zum Juni 2026 – hat Christian Solidarity International (CSI) deswegen Lebensmittel in den Nuba-Bergen verteilt, im Grenzgebiet des Sudans zum Südsudan. Die Not ist groß, denn in der Region leben 2 Millionen Flüchtlingen, die täglicher Unterstützung bedürfen. Die angespannte Lage dürfte sich erst wieder beruhigen, wenn sich ein Ende des Krieges abzeichnet und die Menschen nach Hause zurückkehren können.
Einige Familien haben in den Flüchtlingslagern kleine Beete und Gemüsegärten angelegt. Die zusätzlichen Nahrungsmittel sind eine wichtige Ergänzung und Abwechslung der bestehenden Kost, die vornehmlich aus Sorghum-Hirse besteht. CSI-Projektmanager Franco Majok betont die Schlüsselrolle dieser kleinen Felder. „Wir werden eng mit diesen Familien zusammenarbeiten um die landwirtschaftlichen Erträge zu steigern und ihre Selbstversorgung zu unterstützen.“

Nahrungsmittel, Hebammen-Kits und Medikamente
CSI ist in 6 Flüchtlingslagern aktiv. Dort haben wir Nahrungsspenden an 1.546 Haushalte verteilt, das entspricht 9.276 Bedürftigen. Die Speisung erfolgte dabei inmitten der Regensaison, die im Mai begonnen hat und bis Oktober anhalten soll. In dieser Zeit sind die wenigen Straßen kaum nutzbar, Lebensmitteltransporte werden erschwert und die Versorgung gestaltet sich komplizierter.
Zusätzlich unterstützt CSI werdende Mütter mit Hebammen-Kits. Die mangelnde medizinische Versorgung vor Ort erhöht das Risiko für Schwangere, die Geburt nicht zu überleben. Majok macht sich daher „ernsthafte Sorgen“ insbesondere um diese Risikogruppe.
CSI plant deswegen für die nächsten Monate zusätzliche Hebammen-Kits, Krankenbetten und Medikamente zur Verfügung zu stellen. Die Herausforderungen vor Ort übersteigen jedoch die bisherigen Mittel.

Gemeinsam gegen den Hunger - Nothilfe für Christen im Sudan


