Am Ostersonntag raste in Pakistan ein Kleinlaster gezielt in eine Prozession mit 200 Gläubigen. Ein 17-jähriger Arbeiter starb, über 60 Menschen wurden verletzt. Ein CSI-Partner prangert das Versagen der Behörden an.
Am Ostersonntag, dem 5. April, versammelten sich 200 Gläubige mit Kerzen und Palmzweigen, um sich auf den Weg zur Kirche zu machen. Sie gehörten der katholischen Gemeinde des heiligen Franz von Assisi in Klasske (Distrikt Wazirabad) in Pakistan an. Ein Kleinlaster raste gezielt in die Osterprozession und verbreitete Schrecken und Entsetzen am heiligsten Tag der Christenheit.
Der unbekannte Täter verletzte über 60 Menschen; viele erlitten Knochenbrüche und Traumata. Zahlreiche Opfer mussten ins Krankenhaus gebracht werden. Irfahn Masih (17), ein Arbeiter aus einer Ziegelei, erlag dort seinen Kopfverletzungen. Auch fast zwei Wochen nach dem Angriff ist die Gemeinde zutiefst erschüttert. Dass der Fahrer weder anhielt noch Hilfe leistete, sondern die Flucht ergriff, unterstreicht die bösartige Absicht dieser Tat, betonen die örtlichen Gläubigen.
CSI-Partner: „Keine ausreichenden Vorkehrungen getroffen“
Ein pakistanischer CSI-Partner kritisierte die „Nachlässigkeit der örtlichen Verwaltung und der Polizei“. Diese hätten keine ausreichenden Vorkehrungen getroffen, um die Sicherheit der Christen zu gewährleisten. „Am Morgen des Ostertages waren sie so glücklich, den Tag der Auferstehung unseres Herrn Jesus Christus zu feiern. Ihre Freude verwandelte sich in Trauer.“
Die Kontaktperson verwies zugleich auf die Lage der Christen im Land: „Die armen und ausgegrenzten Christen leiden nach wie vor. Sie leben von der Hand in den Mund, und viele Familienoberhäupter werden für kürzere oder längere Zeit nicht arbeiten können. Sie brauchen in dieser schweren Zeit besondere Fürsorge und Unterstützung.“
Christen in Pakistan sind schwerer Diskriminierung ausgesetzt
Pater Qaisar Feroz, Sekretär der Bischöflichen Kommission für soziale Kommunikation, verurteilte den Anschlag unterdessen im Namen der gesamten katholischen Kirche in Pakistan. Er sprach von einer „kriminellen und brutalen Tat“, die ein Zeichen „religiöser Intoleranz und geistiger Verwirrung“ sei. Pater Lazar Aslam, Koordinator der Kommission für Gerechtigkeit, Frieden und Ökologie, bezeichnete den Vorfall als „ein von Hass geprägtes Verbrechen, einen Akt der Christenfeindlichkeit“. Dies berichtet die Nachrichtenagentur Fides.
Aslam erinnerte anlässlich des Internationalen Tags gegen Kindersklaverei (17. April) auch an das schwere Los insbesondere christlicher Familien in der Ziegelsklaverei. „Obwohl sowohl die Regierung als auch die Kirche verschiedene Initiativen zur Bekämpfung der Kindersklaverei gestartet haben, bleibt diese Praxis in einem Teufelskreis bestehen, der kaum zu durchbrechen scheint“, zitierte ihn Vatican News.
Zudem bestehe bei Kindern die Gefahr von Zwangsbekehrungen zum Islam, so Aslam weiter. Christliche Kinder seien überproportional betroffen. „Dies ist zu einem großen Teil auf die historische Diskriminierung zurückzuführen, der Christen ausgesetzt sind, sowie auf ein System der Arbeitsausbeutung, das die Ärmsten ausnutzt“, so Aslam.
Christian Solidarity International setzt sich seit Jahren für die Freiheit und ein menschenwürdiges Leben für christliche Ziegeleisklaven ein. Lesen Sie hier mehr darüber.
Freiheit für christliche Familien! Ende der Schuldknechtschaft!


