Schuldknechtschaft: Zwei Familien kämpfen um Freiheit und Würde

Zwei Familien, gefangen in Schuldknechtschaft: Während Krankheit und Gewalt die Väter arbeitsunfähig machen, schuften Mütter und Kinder in Pakistans Ziegelöfen – ohne Sicherheit, ohne Schule, ohne Hoffnung auf ein freies Leben.

Christian Solidarity International (CSI) setzt sich für christliche Familien in Pakistan ein, die in Schuldknechtschaft geraten sind. Sie müssen unter sklavenähnlichen Bedingungen schuften. Oft werden auch die Kinder zur Zwangsarbeit in Ziegeleien und Brennöfen gezwungen, um den Lebensunterhalt der Familie zu sichern.

Der Vater wird misshandelt, danach wird die Familie zur Arbeit gezwungen

Betroffen ist die Familie von Punnu Masih (40), der lange Zeit seine Familie allein ernähren konnte. Im Jahr 2023 nahm die Familie jedoch einen Kredit von einem ehemaligen Brennofenbesitzer auf. Als der Arbeitgeber verlangte, dass nicht nur Punnu, sondern auch seine Frau und seine älteste Tochter am Brennofen arbeiten sollten, und Punnu sich weigerte, wurde er brutal misshandelt. Die Gewalt hinterließ tiefe psychische Traumata, und mit der Zeit verlor Punnu seine geistige Stabilität. Heute ist er nicht mehr in der Lage zu arbeiten.

Um die Schulden zurückzuzahlen, übernahm ein anderer Brennofenbesitzer den Kredit und band die Familie erneut an seinen Brennofen in Lahore. Seitdem trägt seine Frau Nazia Bibi (35) zusammen mit den Kindern allein die Last der Arbeit. Punnu sitzt meist schweigend in der Nähe des Brennofens oder bleibt in ihrer Unterkunft, unfähig, vollständig zu verstehen, was um ihn herum geschieht.

Die Familie muss bei extremer Hitze und Kälte in unhygienischen Verhältnissen arbeiten. Immer wieder treibt die Mutter die Sorgen um die Gesundheit ihrer Kinder um. Krankheiten sind häufig, der Zugang zur medizinischen Versorgung ist gering. Sie macht sich besonders Sorgen um ihre beiden heranwachsenden Töchter, da der Brennofen kein sicherer Ort für junge Mädchen ist.

Kindheit in der Schuldknechtschaft

Muqadas (13), die älteste Tochter, träumt davon, zur Schule zu gehen und eines Tages einen Beruf zu erlernen. Seit der Krankheit ihres Vaters trägt sie jedoch Mitverantwortung für den Lebensunterhalt der Familie. Yashwa (11) arbeitet auch dann weiter, wenn er krank ist, und Jessica (9) kümmert sich um den dreijährigen Musa, während die anderen Lehm für die Ziegelherstellung formen und transportieren. Spielen, Schule und eine normale Kindheit bleibt ihnen verwehrt. Die nächste Kirche ist weit entfernt.

Die Familie lebt in tiefer Armut und Abhängigkeit. Ihre derzeitigen Schulden belaufen sich auf etwa 1.100 Euro. Zusätzliche Unterstützung wird für medizinische Behandlungen und die Gründung eines kleinen Existenzprojekts benötigt, um dauerhaft der Schuldknechtschaft zu entkommen. Insgesamt werden 2.700 Euro benötigt.

Täglicher Kampf ums Überleben

Betroffen ist auch die Familie von Irshad Masih (45) und seiner Frau Kausar Bibi (45). Sie haben vier Kinder. Sei 12 Jahren sitzt die Familie in der Falle der Zwangsarbeit. Sie arbeiten unter harten und gefährlichen Bedingungen für einen Ziegelbrennofen bei Manga Mandi im Punjab.

Bei einem schweren Verkehrsunfall vor zehn Jahren hat Irshad sein rechtes Bein und sein rechtes Knie schwer verletzt. Da er sich keine angemessene medizinische Behandlung leisten konnte und weiterarbeiten musste, verschlimmerte sich die Verletzung. Aufgrund der hohen Schulden seiner Familie ist er dennoch gezwungen, weiter zu arbeiten. Jeder Arbeitstag bringt ihm starke Schmerzen – selbst einfache Bewegungen fallen ihm schwer.

Die Familie führt einen täglichen Kampf ums Überleben. Die Kosten für Medikamente, die Ausbildung der Kinder und die Grundversorgung des Haushalts übersteigen ihre Möglichkeiten. Immer wieder sind sie gezwungen, neue Kredite beim Besitzer der Ziegelei aufzunehmen. Kausar Bibi muss nachts ihren Ehemann pflegen, die Kinder müssen nach der Schule arbeiten. Die Familie lebt in einer einfachen, unhygienischen Unterkunft ohne Zugang zu sauberem Trinkwasser.

Nach der Schule: Zwangsarbeit in der Ziegelei

Suneha (20) erzählt, wie sehr sie das Lernen liebt und wie sehr sie sich wünscht, Ärztin zu werden – doch nur die Befreiung aus der Schuldknechtschaft würde es ihr ermöglichen, sich voll und ganz auf ihre Ausbildung zu konzentrieren. Mit schwerem Herzen erzählt Manisha, dass sie die Schule verlassen hat, um zu Hause zu kochen, sich um ihren Vater zu kümmern und in der Ziegelei zu arbeiten. Sie fühlt sich oft unsicher und überfordert. Zain (18) bereitet sich auf wichtige Prüfungen vor, aber die harte Arbeit nach der Schule raubt ihm seine Kraft und Konzentration. Manchmal fehlt er sogar in der Schule, um seinen Eltern zu helfen.

Derzeit ist die Familie mit Schulden in Höhe von 1.000 Euro belastet. Um dauerhaft der Schuldknechtschaft zu entkommen, benötigen sie außerdem Unterstützung für medizinische Behandlungen und für die Gründung eines kleinen Unternehmens. Insgesamt werden 2.200 Euro benötigt. Diese Hilfe würde es der Familie ermöglichen, sich aus der Ausbeutung zu befreien, Irshads Gesundheit wiederherzustellen und den Kindern eine echte Chance auf Bildung und eine bessere Zukunft zu geben.

Spenden

Freiheit für christliche Familien! Ende der Schuldknechtschaft!

45 versorgen eine Arbeiterfamilie mit Nahrungsmitteln/Monat
50 gewährleisten kostenfreie medizinische Betreuung
1000 kostet die durchschnittliche Schuldentilgung zur Befreiung einer Familie
individueller Betrag