Südlibanon: Ein Osterpaket für Christen im Kriegsgebiet

Im Kriegsgebiet im Südlibanon stand ein Bauer vor dem Ruin. Schwester Maya verwandelte die Not in ein Ostergeschenk für 325 Familien. Auch CSI half mit.

Schwester Maya lebt im südlibanesischen Dorf Ain Ebel, dessen christliche Bevölkerung schwer unter den Folgen von Krieg und Isolation leiden. Sie gilt als wichtige Persönlichkeit der Gemeinschaft. So ist es nicht verwunderlich, dass sich ein Bauer in seiner Verzweiflung an sie wendet.

Schwester Maya schildert die Geschichte so: „Er hat unzählige Hühner, die massenhaft Eier legen, aber er weiß nicht, wo er seine Waren verkaufen soll. Er braucht Geld, um sie zu füttern, sonst sterben sie.“ Schwester Maya, die ein feines Gespür für die Bedürfnisse vor Ort hat, kommt die Idee: Die Eier sollen ein Ostergeschenk für die 325 Familien, die trotz Bombardierungen und Entbehrungen in Ain Ebel ausharren.

Die Nachricht verbreitet sich schnell. Ein weiterer Bauer meldet sich und bietet Hühner und Kühe an. Normalerweise schlachtet er sie zum Verkauf auf den südlichen Märkten – doch diese sind aufgrund der Bombardierungen und gesperrten Straßen nicht erreichbar. „Ich möchte meinen Beitrag leisten“, bietet er an.

Eier und Fleisch für 325 Familien

Schwester Maya spricht sich bei ihrem Vorgehen mit CSI ab. Die Initiative wird in die bisherige humanitäre Hilfe integriert. Jede Familie erhält danach einen Karton mit 30 frischen Eiern und zusätzlich 1,5 Kilogramm Fleisch oder Hühnchen.

Das Ergebnis ist ein voller Erfolg. Inmitten von Not und Zerstörung wird das Osterpaket zum Symbol von Fülle und Wiedergeburt. Dadurch, dass die Bauern direkt an die Gemeinschaft verkaufen, erhalten sie sofortige Einnahmen, um Heu, Futter und Saatgut zu kaufen. An die Stelle der weit entfernten und unbeständigen Märkte tritt ein interner Kreislauf.

Die vom Krieg bedrohten Familien von Ain Ebel konnten deswegen ein würdiges Osterfest mit frischen, nahrhaften Lebensmitteln feiern. Sie sparten Ressourcen für andere Grundbedürfnisse, verringerten die Abhängigkeit von externer Hilfe und stärkten die Selbstversorgung des Dorfes. Der Südlibanon leidet unter der Verwüstung, doch die seit zwei Jahrtausenden dort lebenden Christen widerstehen auch dieser Herausforderung – dank christlicher Brüderlichkeit vor Ort und der Unterstützung von Christen aus aller Welt.

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