Syrien: Ein Dach über dem Kopf schenkt neue Hoffnung

Roukouz verdient als Malermeister kein Geld im zerstörten Syrien. Er muss sich bei steigenden Mietpreisen als Tagelöhner durchschlagen – um sich und seine Familie zu versorgen. Zusammen mit kirchlichen Partnern in Aleppo hilft CSI, dass Christen ihr Heim behalten können.

In Syrien droht christlichen Familien eine neue Gefahr: Zwangsräumungen. Inflation, instabile Arbeitsverhältnisse und steigende Mietpreise setzen die Menschen unter Druck – viele können mit den Teuerungen nicht mehr Schritt halten. Roukouz ist einer davon. Der 51-jährige lebt mit seiner Frau und zwei Kindern in Aleppo. Als Malermeister ist er auf Aufträge angewiesen; aber in einer Stadt, die der Krieg und die Wirtschaftskrise gezeichnet hat, beschränken sich die Menschen auf das Nötigste.

Roukouz musste sich deshalb mit Gelegenheitsjobs über Wasser halten. Er arbeitet als Tagelöhner und verrichtet Reinigungsdienste in Privathaushalten. Die Arbeit liegt nicht nur weit unter seiner Qualifikation – er verdient auch deutlich weniger. Dazu bleibt ständige Unsicherheit, da er nicht jeden Tag Arbeit findet. Er verdient nur 4 bis 7 Euro am Tag.

Miete, Schulgeld und Krankenhausrechnungen bringen die Familie ans Limit

Roukouz lebt mit seiner Familie seit sieben Jahren in derselben Wohnung, die nur aus einem kleinen Schlafzimmer und einem Wohnzimmer besteht. Die Miete beträgt 800 Euro im Jahr – und steigt kontinuierlich. Seine Frau kann nicht arbeiten, da sie völlig mit der Betreuung der Kinder beschäftigt ist – David, der 6 Jahre alt ist, und einem erst wenige Monate alten Neugeborenen.

Seit kurzem kommen auf die Familien neue Kosten hinzu. Davids Schulgeld beträgt rund 220 Euro. Zusätzlich hat das Krankenhaus für die Entbindung des jüngeren Kindes 400 Euro geltend gemacht. Das syrisch-orthodoxe Erzbistum Aleppo steuerte 150 Euro bei, doch um die Differenz auszugleichen, musste Roukouz seinen goldenen Ehering verpfänden. Die ausstehende Restschuld hat er bis heute nicht tilgen können.

CSI: Damit sie ihr Heim nicht verlieren

Christian Solidarity International (CSI) finanziert einen wichtigen Teil des Mietbeihilfeprojekts des syrisch-orthodoxen Erzbistums Aleppo. Arme christliche Familien erhalten Zuschüsse zu ihren Mieten, damit sie ihr Heim nicht verlieren. Roukouz ist mittlerweile einer von 71 Begünstigten. Damit er sich selbst etwas dazuverdienen kann, beauftragt das Erzbistum ihn regelmäßig mit Reinigungsarbeiten. Dabei stellt das Bistum fest, dass die steigende Inflation und Mietpreise sowie die grassierende Arbeitslosigkeit eine langfristige Herausforderung bleiben, um das Projekt zu einem langfristigen Erfolg zu machen.

„Ich träume von einer festen Arbeit, damit ich beruhigt sein kann in dem Wissen, dass ich am Ende des Monats eine Mahlzeit und ein Dach für meine Familie bieten kann. Die Zeit vergeht, und ich schaffe es immer noch nicht, die Miete für mein Zuhause zu decken“, erzählt Roukouz. „Ich träume davon, dass die Kirche eines Tages Wohnraum bauen könnte, um ihn den Bedürftigsten in der Gemeinschaft anzubieten, Menschen wie mir, gegen einen symbolischen Beitrag, besonders in dieser beispiellosen Wirtschaftskrise – und dass diejenigen, deren Situation sich verbessert, dann Platz machen könnten für andere Familien, die Wohnraum benötigen. Ich weiß, es ist ein Traum, aber wenigstens ist Träumen noch nicht verboten.“

Spenden

Syriens Christen brauchen unsere Hilfe, um durchhalten zu können. Besonders dringend ist die Versorgung der Bevölkerung Aleppos mit medizinischen Dienstleistungen und Medikamenten.

65 versorgen Hungernde mit Nahrungsmitteln
70 ermöglichen Mietzuschüsse für arme Familien
95 unterstützen Kranke mit Medikamenten und ärztlicher Versorgung
individueller Betrag