Mit einer Arbeitsstelle gelockt, wird Sabir Masih in eine islamischen Religionsschule gesteckt. Dort wird er zur Konversion gezwungen und muss anschließend – von seiner Familie getrennt – in einer Schachtelfabrik arbeiten. CSI kämpfte für seine Freilassung und brachte ihn nach Hause.
24 Jahre alt ist Sabir Masih (Name aus Schutzgründen geändert), als er in eine sorgfältig vorbereitete Falle tappt. Er stammt aus einer christlichen Familie, die in der Schuldknechtschaft gefangen ist. Bereits als Kind muss er in der Ziegelei arbeiten. Er und seine Brüder können keine Schule besuchen. Er teilt das Schicksal vieler anderer Ziegeleisklaven in Pakistan.
Im März 2024 sprechen ihn drei muslimische Arbeitskollegen an. Sie stellen ihm Arbeitsmöglichkeiten außerhalb der Ziegelei und des Dorfes in Aussicht. Die Eltern warnen ihren ältesten Sohn vor den Männern. Dennoch verlässt Sabir seine Familie heimlich am 24. März 2024.
Dann schnappt die Falle zu. Statt an einem neuen Arbeitsplatz findet sich Sabir in einer islamischen Religionsschule wieder. Dort wird er unter massiven Druck gesetzt: Er soll zum Islam konvertieren. Man droht ihm sonst mit schwerwiegenden Konsequenzen, etwa einer Anzeige wegen Blasphemie.
Blasphemie-Vorwurf als Drohung
Gotteslästerung ist in Pakistan ein Machtmittel, um Gewalt gegen Minderheiten zu legitimieren. Im August 2023 greifen Hunderte Muslime eine christliche Siedlung an, verwüsten Kirchen und verbrennen Bibeln, weil zwei Mitgliedern der dortigen Gemeinschaft Blasphemie vorgeworfen wird. Im Extremfall droht in Pakistan darauf die Todesstrafe.
Die Einschüchterung sitzt. Wenige Tage nach seiner Ankunft in der Madrasa tritt Sabir formell zum Islam über. Er nimmt nun regelmäßig an den islamischen Gebeten teil. Von seiner Familie bleibt er getrennt. Er muss in einer Schachtelfabrik arbeiten, wo sein Zugriff auf Kommunikationsmittel eingeschränkt wird. Ihm werden Schulden aufgedrückt, die es ihm unmöglich machen, die Arbeitsstelle zu verlassen.
Mehr als zwei Jahre lang wusste Sabirs Familie nichts über den Verbleib des verlorenen Sohnes. Erst Anfang 2026 erkannte ein Dorfbekannter den jungen Mann in Lahore und verständigte die Familie. Diese wandte sich sofort an Christian Solidarity International (CSI).
CSI führt Sohn und Mutter wieder zusammen
CSI leitete unverzüglich Schritte ein, um Sabir ausfindig zu machen und ihm zu helfen. Ermittlungen und Gespräche mit den verantwortlichen Personen folgten. Am 19. Mai 2026 gelang es CSI, die Freilassung Sabirs zu erwirken. CSI gelang es zudem, die Aufhebung der aufgebürdeten Schulden Sabirs durchzusetzen.
Das Wiedersehen zwischen Sabir und seiner Familie war von Freude wie Kummer bestimmt. Nach dreißig Monaten der Qual schloss Mutter Sobia Bibi tränenüberströmt ihren Sohn in die Arme. Doch Vater Sadaqat war wenige Monate zuvor verstorben – sein Herz buchstäblich gebrochen durch den Verlust des Sohnes. Sabir blieb es verwehrt, von seinem Vater Abschied nehmen zu können.
Sabir hat seitdem seine Kirche aufgesucht, um seine tiefen seelischen Wunden zu heilen. Dort, vor dem Altar, half ihm ein örtlicher Geistlicher, seine Taufversprechen zu erneuern – so konnte Sabir seine Identität offiziell zurückgewinnen, um seinen verstorbenen Vater weinen und schließlich den langen, schmerzhaften Weg der Heilung beginnen.
Freiheit für christliche Familien! Ende der Schuldknechtschaft!


