Vom Haushaltssklaven zum Automechaniker

Bei meiner Reise nach Indien im März 2015 traf ich Suraj und Dilip. Während drei Jahren war Suraj in einem Haushalt gefangen gehalten. Er hatte Schlimmes erlebt. Was für eine große Freude, als wir nun im November beide wieder trafen.

Im Juni- Magazin 2015 berichteten wir bereits über Suraj* und Dilip*. Als ich Suraj zum ersten Mal im März sah, erschrak ich sehr. Sein Blick war leer, seine Körpersprache widerspiegelte unendlich viel Leid. Kurz zuvor war er aus einer jahrelangen Gefangenschaft befreit worden. Während drei Jahren hatte er bei einer Familie den Haushalt unter misslichsten Umständen bewältigen und mindestens 16 Stunden pro Tag arbeiten müssen. Sexuellem Missbrauch war er schutzlos ausgesetzt. Dank des unermüdlichen Einsatzes seines besten Freundes, Dilip, und unseren Partnern vor Ort konnte er befreit werden.

Strahlende Gesichter

Nach der Befreiung konnten beide Jungen nicht mehr in ihr Dorf zurück. Die Gefahr war zu groß, dass sie von den Menschenhändlern getötet würden, da sie zu viel über sie wussten. Unsere Partner vor Ort konnten sie bei sich aufnehmen, wo die beiden seit März 2015 in Sicherheit wohnen.

Als wir die zwei jungen Männer im November wieder trafen, herrschte riesige Freude. Suraj hat mit einer Mechanikerausbildung angefangen, die zwei Jahre dauert. Er sieht viel besser aus und der Ausbildner ist mit seinem Einsatz sehr zufrieden. Auch sind wir äußerst dankbar, dass er durch unsere Partner weiterhin psychologisch betreut wird, um die schrecklichen Erlebnisse zu verarbeiten.

Auch Dilip strahlt über das ganze Gesicht. Er wird im Sommer sein Abitur abschließen und möchte danach gerne Informatik studieren.

Solche Begegnungen zeigen uns immer wieder, dass das große Engagement der CSI-Spender Früchte trägt. Dieser Einsatz lohnt sich für jeden einzelnen, der aus Gefangenschaft, Gewalt und Ausbeutung gerettet werden kann.

Inés Wertgen, Projektleiterin Indien

* Namen geändert