„Westliche Politik muss sich weltweit für verfolgte Christen einsetzen“

Von Nigeria über Syrien bis Pakistan: weltweit werden Christen Opfer von Ausgrenzung und Gewalt. Zum Gedenktag am 22. August fordert Pfarrer Peter Fuchs, Geschäftsführer von CSI-Deutschland, ein stärkeres politisches Engagement für verfolgte Christen.

Im Sudan und Südlibanon sind Christen im Krieg zwischen den Fronten gefangen und Leidtragende. In Syrien sehen sich Christen zunehmend den Diskriminierungen eines islamistischen Regimes ausgesetzt. In Armenien eskaliert der Konflikt zwischen Kirche und Staat – dort steht das Oberhaupt der Armenisch-Apostolischen Kirche, Karekin II., vor Gericht. Pakistanische Christen werden entführt und zwangsislamisiert oder wegen falscher Blasphemievorwürfe zum Tode verurteilt. Islamistische Fulani-Milizen haben zwischen Januar und Juni 2026 über 2.500 Christen in Nigeria getötet, weitere 2.800 entführt und 300 Kirchen zerstört.

Das sind nur einige Schlaglichter, die ganz verschiedene Fälle hervorheben – und dennoch umso dringlicher zeigen, wie sehr die Religionsfreiheit und das Leben der Christen weltweit in Gefahr sind. In vielen Ländern der Welt, wo traditionell verschiedene ethnische und religiöse Gruppen seit Jahrhunderten zusammenleben, setzt sich die Idee einer ethnischen und religiösen Homogenisierung durch. Darunter leiden nicht nur Christen. In Syrien sind etwa die Alawiten, die der sunnitischen Mehrheitsbevölkerung als Häretiker gelten, davon bedroht. Auch in Indien übt der Hindu-Nationalismus nicht nur auf Christen, sondern auf alle „fremden“ Religionen Druck aus.

Statement zum Internationalen Tag zum Gedenken an die Opfer von Gewalttaten aus Gründen der Religion

Doch das Christentum ist die einzige Religionsgemeinschaft, die im Ausland keine Lobby hat – weil der säkulare Westen sich für alle Religionen verantwortlich sieht. Er betrachtet das Christentum, das seine Geschichte und Identität geformt hat, nur noch als eine unter vielen religiösen Gruppierungen. Deshalb betont Pfarrer Peter Fuchs, Geschäftsführer von Christian Solidarity in Deutschland, in seinem Statement diese Verantwortung:

„Der Internationale Tag zum Gedenken an die Opfer von Gewalttaten aus Gründen der Religion oder des Glaubens kann nicht nur dazu dienen, das Gedächtnis an die weltweit unter Verfolgung leidenden Christen zu konservieren.

Vielmehr ruft er dazu auf, politisch tätig zu werden. Christen – aber auch Alawiten und Drusen – dürfen in Syrien nicht länger der Verfolgung ausgesetzt sein. Pakistanische Mädchen dürfen nicht weiter zu Opfern von Entführungen, Zwangskonversionen und Zwangsheiraten werden, nur weil sie Christinnen sind. Und christliche Familien in Nigeria dürfen nicht länger Zielscheiben von Dschihadisten sein.

Westliche Politik hat die Mittel und deshalb auch die Verpflichtung, sich dafür einzusetzen, dass Christen auf der ganzen Welt ihren Glauben frei leben können. Ich wünsche mir, dass die EU und die Bundesregierung hier ihren Einfluss nutzen, damit Christen nicht länger zu Opfern von Gewalttaten aus Gründen der Religion oder des Glaubens gemacht werden.“

Der Internationale Tag zum Gedenken an die Opfer von Gewalttaten aus Gründen der Religion oder des Glaubens wurde 2019 von der UN-Generalversammlung eingeführt. Er wird seitdem jedes Jahr am 22. August begangen.