Zwangsheirat: Entführte Christin (15) trotz Gerichtsurteil weiter verschwunden

Die 15-jährige Christin Javeria wurde in Pakistan entführt und mit einem gefälschten Ehevertrag zwangsverheiratet. Das Gericht erklärte die Ehe für nichtig – doch das Mädchen bleibt bis heute verschwunden.

Pakistan ist für christliche Familien ein gefährliches Pflaster. Ob wegen falscher Blasphemievorwürfe, Ziegelsklaverei oder Zwangskonversionen: Häufig ist die diskriminierte Minderheit den Übergriffen aus der muslimischen Mehrheitsgesellschaft ausgeliefert, weil sie besonders stark von Analphabetismus und Ausbeutung betroffen ist.

Für die Familie von T. Masih (50) und Y. Bibi (46), die in schwerer Armut lebt, begann am 13. März 2026 ein Albtraum, als ihre Tochter Javeria (15) plötzlich verschwand. Sie hatte zuvor mit der Tochter ihres muslimischen Nachbarn, Muhammad Ashraf Ali, gespielt.

Javeria: Entführt und zwangsverheiratet

Ashraf Ali führte die Familie zwei Wochen lang aktiv in die Irre, um ihre verzweifelte Suche zu verzögern, indem er ihnen falsche Informationen gab und sie an verschiedene andere Orte schickte. Drei Wochen nach dem Verschwinden zog er mit seiner eigenen Familie plötzlich um, was die schlimmsten Befürchtungen der Eltern bestätigte: Er hatte ihre minderjährige Tochter entführt.

Javerias Eltern waren zuerst wie gelähmt. Nachdem sie jedoch Beratung und rechtliche Unterstützung von Christian Solidarity International (CSI) erhalten hatten, leitete die Familie juristische Schritte ein, um Javeria wiederzufinden.

Die Familie erstattete Anzeige wegen Entführung einer Frau zur Zwangsheirat. Später stellte das Gericht fest, dass der Angeklagte am 16. April 2026 einen gefälschten, rückdatierten Ehevertrag angefertigt hatte, um eine rechtmäßige Ehe geltend zu machen. Daraufhin reichte die Mutter Y. Bibi eine private Strafanzeige beim Bezirksgericht ein.

Der Täter hält Javeria an einem geheimen Ort gefangen

Zur großen Freude der Eltern bekamen sie recht: Das Gericht erklärte die betrügerische Heiratsurkunde für null und nichtig und stellte fest, dass Kinderehen in Pakistan keine Anerkennung fänden. Trotzdem ist Javeria bis heute nicht nach Hause zurückgekehrt. Der Entführer entzieht sich weiterhin der Strafverfolgung und hält das Mädchen an einem unbekannten Ort fest.

Der CSI-Partner, der seit April an dem Fall beteiligt ist, fordert daher hochrangige Polizeibeamte und das Gericht dazu auf, strenge Durchsuchungsbefehle zu erlassen, gezielte Razzien durchzuführen und Geheimdienststellen zu mobilisieren, um den Entführer festzunehmen und Javeria sicher nach Hause zu bringen.

Anmerkung: Personennamen wurden in diesem Artikel geändert.