
Seit 2023 herrscht im Sudan wieder Bürgerkrieg. 2 Millionen Menschen sind seitdem geflohen. Drohnenangriffe und Bomben vertreiben sie aus ihrer Heimat. Zufluchtsort sind die mehrheitlich christlichen Nuba-Berge im Süden des Landes. Die Kriegsflüchtlinge harren dort in 15 überfüllten Lagern aus. Sie hoffen auf Unterkunft, Medikamente und Lebensmittel. Auch im Gebiet Blauer Nil leben vorwiegend Christen und leiden unter den Kämpfen.
Der Zustrom bringt die lokale Versorgung an die Grenzen – die lokalen, armen Gemeinschaften stemmen die Hauptlast. Die Situation ist katastrophal. Viele der Vertriebenen haben seit Wochen nichts gegessen. In ihrer Not ernähren sie sich von Gras, Blättern und Tierfutter. Sie sind traumatisiert und desorganisiert. Der Krieg rückt jeden Tag näher an die Nuba-Berge heran. Familien schlafen ohne jede Habe unter freiem Himmel. Die Kinder können nicht zur Schule gehen. Sauberes Wasser ist kostbar geworden. Der Hunger ist allgegenwärtig.
Die aktuelle humanitäre Katastrophe ist kaum im Bewusstsein der westlichen Öffentlichkeit angekommen. Die Welt scheint die Menschen im Sudan vergessen zu haben.
Nur wenige internationale Hilfsorganisationen sind deshalb vor Ort. Eine davon ist Christian Solidarity International (CSI). Seit 30 Jahren befreit CSI Sklaven aus dem Sudan und kennt die Region und ihre Menschen sehr genau.
Um dem neuen Elend im Sudan wirksam zu begegnen, lanciert CSI die Kampagne „Gemeinsam gegen den Hunger: Nothilfe im Sudan“. Wir rufen den Krieg zurück in das Gedächtnis der Weltöffentlichkeit und verteilen Lebensmittel in Form von Hirsegetreide vor Ort. Jedes Menschenleben hat unsere volle Aufmerksamkeit – unsere Hilfe leistet Widerstand gegen den Hunger.
Die Not ist riesig – jede Hilfe zählt.
Das Leid der Vertriebenen
Die 45–jährige Intazar floh im November 2025 aus Khartum. Sie lebt nun mit ihren fünf Kindern im Lager Eri, in dem rund 25.000 Menschen leben.
„Mein Mann ist nicht mehr am Leben. Ich habe ihn während des Krieges verloren. Seitdem bin ich allein und kümmere mich ganz alleine um meine Kinder“, erzählt die trauernde Mutter CSI. „Das Leben in meinem Dorf war nicht mehr auszuhalten. Überall wurde gekämpft, es war nicht mehr sicher.
„Ich hatte während der Reise große Angst. Um uns herum herrschten Gewalt, Chaos und Furcht. Ich danke Gott, dass ich überlebt und es geschafft habe, meine Kinder sicher hierher zu bringen.“
Wie Intazar sind viele tage-oder wochenlang gereist. Sie haben zahlreichen Gefahren getrotzt, um Sicherheit für sich und ihre Familien zu suchen. Sie wurden von Luftschlägen und Drohnenangriffen terrorisiert. Manche haben dabei ihre Angehörigen verloren. Alle sind traumatisiert.
Bei ihrer Ankunft im Lager suchen die erschöpften und hungrigen Familien Schutz unter einem Baum und hängen ihre wenigen Habseligkeiten an dessen Äste.
„Die Lage ist katastrophal“, sagt die CSI-Projektleiterin. „Viele haben seit Tagen nichts mehr gegessen, sie sind traumatisiert und völlig desorientiert.“
Sie fügt hinzu: „An Tagen, an denen bis zu 400 Menschen ankommen, wird die Lage chaotisch. Es gibt keine kontinuierliche Präsenz von Hilfsorganisationen, nur gelegentliche, begrenzte Unterstützung.“
Hintergrundinformationen
Sudan: Brutaler Kampf um die Macht
Der Bürgerkrieg im Sudan tobt mittlerweile seit drei Jahren, ohne dass ein Ende in Sicht ist. Seit dem 15. April 2023 liefern sich die sudanesischen Streitkräfte (SAF) unter Abdel Fattah al-Burhan und die paramilitärischen Rapid Support Forces (RSF) unter Hamdan Daglo einen brutalen Machtkampf, der das Land in Schutt und Asche gelegt hat – weitgehend unbemerkt von der westlichen Öffentlichkeit.
Was als interner Konflikt begann, hat sich zur weltweit größten humanitären Katastrophe entwickelt. Rund 34 Millionen Menschen sind auf Hilfe angewiesen, mehr als zwölf Millionen sind innerhalb des Landes oder in die Nachbarstaaten geflohen. Die Zivilbevölkerung ist dabei zum direkten Ziel geworden: Kriegsverbrechen, gezielte Angriffe auf Infrastruktur und massive sexuelle Gewalt prägen den Alltag.
Nuba-Berge: Christen in Gefahr
Die Nuba-Berge im Süden des Sudans blicken auf eine jahrzehntelange Geschichte von Konflikten und Unterdrückung zurück. Seit der Unabhängigkeit des Landes von der britisch-ägyptischen Kolonialherrschaft im Jahr 1956 prägten ethnische Spannungen, religiöse Gegensätze, politische Machtkämpfe die Region. Auch die Entdeckung von Erdöl im Südsudan im Jahr 1978 hat die Lage verschärft.
Bewohnt wird das Gebiet von rund 100 afrikanischen Stämmen, die seit Jahrhunderten gemeinsam als Nuba bezeichnet werden. Die Gemeinschaft ist religiös vielfältig: Etwa 45 Prozent sind Christen, 45 Prozent Muslime und 10 Prozent folgen lokalen Stammesreligionen oder bekennen sich zu keiner Religion. Die Nuba zeichnen sich durch bemerkenswerte Toleranz und einen starken Gemeinschaftssinn aus – Werte, die unter anderem durch jahrhundertelange Verfolgung gewachsen sind. Die Nuba-Berge galten schon früh als Zufluchtsort für afrikanische Stammesgruppen, die vor arabischen Sklavenhändlern aus dem Norden flohen. Das Volk der Nuba selbst war Opfer kultureller Unterdrückung und Gewalt.
Das Gebiet gilt als vernachlässigt und isoliert: Schlechte Straßen, kein Internet, extreme Armut. Die Bevölkerung hat kaum Zugang zu grundlegender Gesundheitsversorgung, Bildung, sauberem Wasser, Unterkunft und Nahrung. Der seit 2023 erneut aufgeflammte Bürgerkrieg verschärft diese ohnehin kritische Lage dramatisch.
CSI: Mit 30 Jahren Erfahrung vor Ort
Seit drei Jahrzehnten setzt sich Christian Solidarity International (CSI) unermüdlich für die Befreiung von Sklaven im Sudan ein. Angefangen im Jahr 1995, hat CSI im Rahmen des sudanesischen Bürgerkriegs (1983-2005) eine entscheidende Rolle gespielt, Zehntausende von Christen aus der Versklavung zu befreien. 160.000 Menschen wurden von CSI in die Freiheit geführt – ein Meilenstein in unserem 30-jährigen Engagement.
Mit Ihrer Hilfe sichern wir das Überleben der Kriegsflüchtlinge im Sudan. CSI sorgt sich um besonders gefährdete Menschen: Schwangere, Kinder ohne Begleitung, Kranke, Witwen, Waisen, alte Menschen und Beeinträchtigte. CSI setzt sich für vier der 15 Binnenflüchtlingslager ein, darunter Andulu und Eri. Dank Ihrer Spenden können wir den Notleidenden helfen!
Unterstützen Sie unsere Arbeit:
Gemeinsam gegen den Hunger – retten Sie die notleidenden Christen im Sudan mit Ihrer Spende.
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