CSI hilft Schwerkranken in Syrien

23. Mai 2018

CSI ermöglicht verarmten Patienten die medizinische Versorgung – zum Beispiel im Patriarch-Zakka-Dialysezentrum in Damaskus, das am 24. Januar 2018 feierlich eingeweiht wurde.



Kranke Menschen leiden besonders unter den Folgen des Krieges in Syrien. So erklärte der in Damaskus ansässige Apostolische Nuntius in Syrien Mario Kardinal Zenari gegenüber CSI-Geschäftsführer Peter Fuchs, dass zwei Drittel der syrischen Ärzte und des medizinischen Personals das Land verlassen haben. Krankenhäuser wurden durch Kriegshandlungen zerstört. Dringend notwendige Medikamente fehlen oder sind schlicht zu teuer.

CSI finanziert Nierentransplantation

Nierenversagen – so lautete die erschreckende Diagnose durch Laylas* Arzt.

Layla studierte mit Erfolg an der Universität von Damaskus französische Literatur und hatte eine vielversprechende Zukunft vor sich. Doch mitten im Krieg wurde sie krank. Die erschütternde Prognose: Ohne Nierentransplantation ist ihr Leben schnell zu Ende.

Eine großzügige Person, die bereit war der 25-jährigen Layla eine ihrer Nieren zu spenden, war verhältnismäßig schnell gefunden. Doch wie sollte Laylas durch den Krieg verarmte Familie mit ihrem kleinen Einkommen die Operation bezahlen?

Vor dem Krieg konnte die Familie der jungen Frau noch ein Leben ohne materielle Sorgen führen, auch wenn sie nie reich war. Seit Ausbruch der Krise hat das syrische Pfund jedoch massiv an Wert verloren und die Preise für Mieten, Benzin, Heizöl, Baumaterialien, Lebensmittel, Kleidung und viele andere Produkte des täglichen Bedarfs sind so stark gestiegen, dass die Familie kaum noch ihre elementaren Bedürfnisse decken kann. Eine Nierentransplantation hätte die Familie nie bezahlen können.

Dank der treuen Unterstützung durch Spender konnte die Nieren-Operation glücklicherweise von CSI finanziert werden. Die Operation verlief positiv und Layla erholte sich außerordentlich schnell. Besonders erfreulich ist, dass Layla auch schon einen Arbeitsplatz gefunden hat, wo sie ihr abgeschlossenes Sprachstudium anwenden kann. „Dank Ihrer Hilfe kam ich zurück ins Leben“, schrieb Layla in einer Nachricht an CSI.

Wirtschaftssanktionen töten Menschen!

Für den Rest ihres Lebens muss die junge Layla nun jedoch täglich zwei Medikamente einnehmen, die die Abstoßung der Spenderniere verhindern sollen. Aber die Kosten für diese beiden Arzneimittel sind höher als das gesamte Monatseinkommen der Familie.

Der Grund für die horrenden Medikamentenpreise in Syrien liegt sowohl in der Zerstörung und Plünderung der lokalen Pharmaindustrie als auch in den drakonischen Wirtschaftssanktionen der EU, der USA und weiterer Staaten. Die Sanktionen beschleunigen die Abwertung des syrischen Pfunds und schränken sogar den Import von Medikamenten, medizinischer Ausrüstung und wichtigen Ersatzteilen stark ein.

„Die Sanktionen bestrafen die Bevölkerung und die Kranken, ohne irgendwelche positiven Auswirkungen auf die Situation zu haben oder ein Ende des Krieges herbeizuführen“, sagt Dr. Nabil Antaki, ein christlicher Arzt und CSI-Partner aus Aleppo. Aufgrund der weitreichenden und aggressiven Wirtschaftssanktionen, die über Syrien verhängt wurden, sterben Menschen – auch viele Kinder mit eigentlich guter Aussicht auf Heilung, nur weil sie die notwendige medizinische Behandlung nicht bekommen können.

Dialysezentrum für die verarmte Bevölkerung

CSI unterstützt Schwerkranke auch über das medizinische Hilfsprogramm des Entwicklungskomitees St. Ephrem des syrisch-orthodoxen Patriarchates (EPDC), einer langjährigen CSI-Partnerorganisationen mit Sitz im christlichen Viertel Bab Touma in der Altstadt von Damaskus, nur wenige Schritte entfernt vom Haus des Ananias, wo Saulus die Taufe erhielt und zum Paulus wurde.

Das „Programm für medizinische Härtefälle“ des EPDC finanziert Kranken die notwendige medizinische Behandlung, wenn sie selbst nicht über die nötigen finanziellen Mittel verfügen. Die Unterstützung richtet sich stets nach der individuellen Situation der Patienten und reicht von vollständiger Kostenübernahme bis hin zu konkreter medizinischer Versorgung, die durch ein Netzwerk von 40 Ärzten gewährleistet wird.

Besonders akuten Bedarf gibt es bei nierenkranken Patienten, die regelmäßig auf Dialyse angewiesen sind, einer sehr kostenintensiven Behandlung, zu der auch viele Medikamente benötigt werden. Die CSI-Partnerorganisation vor Ort, das EPDC, eröffnete daher im Januar 2018 in Damaskus ein Dialysezentrum. Zurzeit erhalten im Patriarch-Zakka-Dialysezentrum 18 verarmte Patienten je zwei wöchentliche Blutwäschen inklusive der notwendigen Medikamente – alles kostenfrei.

CSI hat verlässliche Partner vor Ort

„Mitleid in Taten wandeln“ ist das Motto des Entwicklungskomitees St. Ephrem des syrisch-orthodoxen Patriarchates (St. Ephrem Patriarchal Development Committee, EPDC). Das von einem armenisch-katholischen Fachmann geleitete EPDC wurde 2003 als Reaktion auf den zweiten Irakkrieg vom syrisch-orthodoxen Patriarchat ins Leben gerufen, um irakischen Flüchtlingen in Syrien zu helfen. Seit Beginn des Syrienkrieges konzentriert sich das EPDC mit einem Netzwerk von über 100 Freiwilligen (80% der freiwilligen Mitarbeiter sind Frauen!) auf syrische Binnenflüchtlinge. Neben medizinischer Hilfe leistet das EPDC auch Beiträge zu Wohnungsmieten, hilft mit Nahrungsmitteln und Berufsausbildung. „Als Menschen brauchen wir einander; gemeinsam können wir gegenseitig unsere Schmerzen und Leiden lindern“, betont der syrisch-orthodoxe Patriarch Mor Ignatius Aphrem II und dankt besonders den CSI-Spendern in Deutschland für ihre treue und großzügige Verbundenheit mit dem EPDC und den Christen in Syrien.

(* Name geändert)


Syrien

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