Tödliche Angriffe auf Christen in Nigeria

Neue Welle der Gewalt in Nigeria: Seit Mitte April haben Terroranschläge im zentralnigerianischen Bundesstaat Plateau Dutzende Christen getötet; zwischen Dezember 2023 und Februar 2024 wurden mehr als 1.300 Menschen allein in diesem Bundesstaat ermordet.

Christliche Dörfer im Bundesstaat Plateau sind seit Weihnachten wiederholt angegriffen worden. Unter anderem, als mutmaßlich militante Fulani einen zweitägigen Amoklauf verübten, der über 200 Menschenleben forderte. Nach einer Ruhepause im März und Anfang April flammte die Gewalt in der zweiten Aprilhälfte wieder auf. Dutzende von Dorfbewohnern wurden getötet. Zehntausende wurden vertrieben.

Berichten zufolgte töteten bei einem aktuellen Vorfall bewaffnete Männer mehr als 40 Bewohner des Dorfes Zurak. Dabei drang am Abend des 20. Mai eine Gruppe Angreifer auf Motorrädern in die Gemeinde ein, schoss wahllos um sich und brannte Häuser nieder. Einheimische sagten, sie hätten 46 Leichen gefunden. Die Regierung des Bundesstaates Plateau wollte bislang nur neun Tote bestätigen.

Bauern und Studenten im Visier

Zwei Wochen zuvor waren Angreifer in das Dorf Kayarda eingedrungen. Fulani töteten vier christliche Bauern, wie ein Gemeindevertreter gegenüber Morning Star News erklärte. Am selben Tag, dem 7. Mai, überfielen und töteten Fulani einen Christen im Dorf Kwal, als er auf seinem Hof arbeitete, so ein Bericht.

Einige Tage zuvor, am 1. Mai, griffen militante Fulani ein anderes Dorf, Ngoksar, an, töteten zwei Menschen und verletzten sechs.

Und am 18. und 19. April wurden bei Angriffen auf fünf Gemeinden 18 Menschen getötet, darunter ein Student der Plateau State University. Ein lokaler Regierungsbeamter sagte, Milizionäre hätten den Universitätscampus gestürmt und „sporadisch in die Luft geschossen, um ihre Ankunft anzukündigen“. 

Gouverneur appelliert an Christen

Der Gouverneur des Bundesstaates Plateau, Caleb Mutfwang, brachte seine Trauer darüber zum Ausdruck, dass die unprovozierten Angriffe fortgesetzt wurden. Er sagte, dies sei der Fall, trotz der Bemühungen seiner Regierung, solche Übergriffe einzudämmen. Mutfwang appellierte an die Christen, standhaft zu bleiben, und sagte, seine Regierung werde weiterhin mit den Sicherheitsbehörden zusammenarbeiten, um für Sicherheit zu sorgen.

„Ich spreche all jenen, die von den Vorfällen betroffen sind, mein herzliches Beileid aus und bete für die Genesung der Verletzten, die derzeit in verschiedenen Krankenhäusern behandelt werden“, sagte Mutfwang.

 Gouverneur Mutfwang hat die anhaltenden Angriffe auf Christen in seinem Bundesstaat bereits als „Völkermord“ bezeichnet. 

1.336 Todesopfer in drei Monaten

Am 9. Mai gab Amnesty International Nigeria bekannt, dass zwischen Dezember 2023 und Februar 2024 in Plateau 1.336 Menschen durch sektiererische Gewalt getötet wurden. 

Die Menschenrechtsorganisation erklärte, ihr Forschungsteam habe einige der betroffenen Gebiete besucht, Wochen nach den tödlichen Angriffen an Heiligabend. Sie berichtete, dass die Gewalt zwischen Dezember und Februar 29.554 Menschen aus ihren Häusern vertrieben habe. Nach Angaben der International Organization for Migration (IOM) gab es im Dezember 2023 bereits fast 55.000 Vertriebene im Bundesstaat Plateau.

Die Angriffe in Plateau sind Teil einer seit langem andauernden Kampagne dschihadistischer Milizen der Volksgruppe der Fulani, die einheimische christliche Volksgruppen aus ihrer Heimat im Mittleren Gürtel Nigerias vertreiben. In den letzten Jahren haben diese Milizen mehr Nigerianer getötet als Boko Haram oder der Islamische Staat. 

Über 150 Dörfer annektiert

Die Partnerorganisation von CSI im Bundesstaat Plateau, das Emancipation Centre for Crisis Victims in Nigeria, veröffentlichte kürzlich eine Liste mit über 150 christlichen Dörfern, die seit 2001 von militanten Fulani annektiert und deren Bewohner vertrieben wurden. Allein im Jahr 2023 haben die Extremisten 22 dieser Dörfer eingenommen.

Im Januar dieses Jahres richtete CSI einen Appell an die westlichen Staaten, sich für ein Ende des Mordens einzusetzen: „Wir fordern die USA und ihre Verbündeten auf, diese Tötungen in ihren Verhandlungen mit der nigerianischen Regierung anzusprechen, anstatt weiterhin die Augen vor dem schleichenden Völkermord zu verschließen, der sich in Afrikas bevölkerungsreichstem Land abspielt“, sagte der internationale Präsident von CSI, Dr. John Eibner.

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