CSI traf in Abuja Priester aus dem Nordosten

09. März 2017

Für ein Treffen mit CSI-Vertretern reiste Pater Timothy von Mubi nach Abuja. Nach seinen Angaben hat sich die Sicherheitslage in den nordöstlichen Städten Nigerias für die Christen gebessert. Doch aus den Dörfern strömen immer noch viele Flüchtlinge in die Städte.



Die Stadt Mubi liegt ganz im Norden des Bundesstaats Adamawa, einem Gebiet, in dem Boko Haram heute noch aktiv ist. Im Oktober 2014 fielen die Extremisten gar in Mubi ein und hielten die Stadt über zwei Wochen lang in ihrer Gewalt. Der Armee gelang es danach, die Dschihadisten aus Mubi zu vertreiben. Pater Timothy, der in Mubi seit 2010 eine katholische Kirchgemeinde mit wöchentlich über 500 Besuchern leitet, erinnert sich sehr gut an die Invasion durch Boko Haram: «Bei uns herrschte ein Schockzustand. Dies obwohl wir schon vorher gewusst hatten, dass die Extremisten in die Nähe der Stadt vorgedrungen waren. Als uns die Nachricht der Invasion durch Boko Haram erreichte, rannten wir alle davon und flohen in Richtung Kamerun.»

An der Grenze waren sie von der Armee Kameruns abgefangen und nach Yola, der Hauptstadt von Adamawa, gebracht worden. Als Priester war Pater Timothy während dieser Flucht enorm gefordert, um den Flüchtlingen in dieser Extremsituation Trost und Hoffnung zu spenden.

Ruhe mit Abstrichen

Mittlerweile ist er schon lange wieder nach Mubi zurückgekehrt. Nicht zuletzt durch die Armeezentrale in der rund 250 Kilometer entfernten Großstadt Maiduguri habe sich die Sicherheitslage in den nordöstlichen Städten gebessert. In Mubi selbst leben etwa je zur Hälfte Christen und Muslime. Das Verhältnis untereinander sei zwar nicht immer entspannt. Aber gerade als Geistlicher bemühe er sich um den interreligiösen Dialog. «Wir führen auch Workshops mit den Muslimen durch.» In Maiduguri, wo der Sitz der Diözese ist, hat sich die Situation ebenso etwas beruhigt. Der einst von Boko Haram zerstörte Flughafen ist seit einigen Monaten wieder offen. Die Stadt selbst wird allerdings durch die Sicherheitskräfte streng bewacht. Ab 18 Uhr werde niemand mehr hereingelassen.

Stark gefordert

Besonders schwierig, so Pater Timothy, sei es für die Christen in den umliegenden Dörfern. Dort kommt es nach wie vor zu Überfällen von Boko Haram. «Bei uns in Mubi leben deshalb mehrere tausend Menschen, die aus ihren Dörfern geflohen sind.» Diese werden entweder in einem Flüchtlingslager untergebracht, oder sie finden bei einem Verwandten Unterschlupf. In den meisten städtischen Flüchtlingscamps fühlen sich jedoch viele Christen durch die Muslime bedrängt. Kirchliche Flüchtlingslager, die vom Staat unterstützt werden, gibt es in der Region nur eines.

Die Diözese in Maiduguri, zu der Pater Timothy gehört und die auch mit CSI zusammenarbeitet, unterstützt die notleidenden Menschen nach Kräften. «Wir verteilen Nahrungsmittelpakete und leisten mit mobilen Kliniken medizinische Hilfe. Zudem arbeiten wir mit zwei Krankenhäusern in Maiduguri zusammen.»

Pater Timothy weiß um seine wichtige Aufgabe für die Mitmenschen. Er ist für sie da und ermutigt die notleidenden Christen und die Soldaten. Auch setzt er sich für die Schulbildung ein, die nach seinen Erfahrungen eine wichtige Prävention gegen den Extremismus ist.

 

Reto Baliarda

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