Immer wieder auf der Flucht

25. Januar 2016

Mary Musa Ali musste als Schwangere immer wieder vor dem Boko Haram-Terror fliehen. In einem christlichen Flüchtlingscamp in der Stadt Maiduguri fühlt sie sich nun einigermaßen sicher und ist froh, ihren Mann wiedergefunden zu haben.



Hunderttausende in Nigeria fliehen vor den Angriffen von Boko Haram und anderen Dschihadisten. Wer Glück hat, findet langfristigen Unterschlupf bei Verwandten oder Bekannten in einer der grösseren Städte. Doch dieses Glück war der jungen Mary Musa Ali nicht beschieden. Die junge Mutter berichtet, wie sie ihre mehrfache, monatelange Flucht als Schwangere überlebte.

Boko Haram überfielen ihr Dorf

«Ich stamme aus Pulka (Bundesstaat Borno). Als sich Terroristen von Boko Haram im August 2014 unserem Dorf bedrohlich näherten, floh ich mit meinen drei Kindern in die Berge. Dabei verlor ich meinen Mann aus den Augen. Als ich sah, wie die Dschihadisten auch auf unsere Verstecke in den Bergen losstürmten, eilten wir hastig weiter. Nach mehreren Tagen erreichten wir die Stadt Kolofata in Kamerun. Die Bedingungen im Flüchtlingslager waren erbärmlich. Viele Menschen, vor allem Kinder, wurden krank und starben.

Dies machte mir Angst, weshalb wir das Lager nach einem Monat wieder verliessen. Wir wanderten mit anderen Vertriebenen ohne Geld zurück nach Nigeria in die Stadt Mubi (Bundesstaat Adamawa). Die Stadt wurde am 29. Oktober 2014 von Rebellen angegriffen. Wir flohen erneut nach Kamerun und von dort wieder über die Grenze nach Yola (Hauptstadt von Adamawa).

Glücklich wiedervereint

Dort kannte ich niemanden und so beschloss ich, nach Maiduguri weiterzuziehen. Ich erfuhr, dass die meisten Menschen aus unserem Dorf dorthin geflüchtet waren. Glücklicherweise trafen wir dort meinen Schwager. Er berichtete mir, dass mein Mann in Kamerun sei. Per Telefon teilte er ihm sogleich mit, dass er uns in Maiduguri gefunden habe. Mein Mann brach unverzüglich auf. Ich bin Gott unendlich dankbar, dass wir nun als ganze Familie wiedervereint sind.

Wir wohnten zunächst eine Zeit lang bei einem muslimischen Verwandten. Dann aber verliessen wir ihn und fanden Zuflucht in einem Flüchtlingslager, das von einer Kirche betrieben wird. Hier kümmert man sich liebevoll um uns.

Während meiner mehrmonatigen Flucht war ich schwanger. Ich danke Gott, dass er mich und das ungeborene Kind bewahrt hat, bis es in diesem Camp zur Welt kam.»

Reto Baliarda


CSI unterstützt christliche Flüchtlinge

Die Diözese von Maiduguri hat in verschiedenen Kirchen Lager für Christen eingerichtet. Zusammen mit ihrem Partner, der «Justice Development and Peace Commission», unterstützt CSI Vertriebene wie Mary Musa Ali mit Nahrungsmitteln und Hilfspaketen. Hier finden Sie einen weiteren Bericht

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Projekt Nigeria